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Cerebras-Aktie steigt: Wall Street lobt KI-Chip-Strategie nach Stillhaltefrist

Neun Brokerhäuser nehmen Cerebras-Abdeckung mit optimistischen Einschätzungen auf und stützen die unkonventionelle KI-Chip-Strategie des Unternehmens.

Cerebras-Aktie steigt: Wall Street lobt KI-Chip-Strategie nach Stillhaltefrist

Die Aktien von Cerebras Systems haben am Montag um 3 Prozent auf 207,54 US-Dollar zugelegt. Auslöser war die Aufnahme der Aktienabdeckung durch mindestens neun Wall-Street-Brokerhäuser, nachdem die obligatorische Stillhaltefrist nach dem Börsengang abgelaufen war. Zu den Häusern gehören die Konsortialführer des IPOs: Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und UBS.

Cerebras ist ein in Kalifornien ansässiges Unternehmen, das sogenannte „Wafer-Scale Engine"-Chips entwickelt – Prozessoren in der Größe eines Speisetellers. Diese Chips sollen die Rechengeschwindigkeit deutlich erhöhen und stellen damit eine direkte Herausforderung für GPU-basierte Systeme dar, wie sie etwa Nvidia mit seinen vernetzten Chip-Clustern anbietet.

Analysten sehen erhebliches Aufwärtspotenzial

Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore und sein Team bewerten die Cerebras-Aktie mit „Overweight". „Da KI-Workloads zunehmend rechenintensiver werden, wächst die Nachfrage nach schneller Inferenz mit geringer Latenz rasant", schreiben die Analysten. Sie sehen in Cerebras „eine einzigartige Gelegenheit, in ein KI-Prozessorunternehmen mit einem First-Mover-Vorteil gegenüber Nvidia zu investieren" und verweisen auf „erhebliches Aufwärtspotenzial, während sich dieses Segment weiterentwickelt".

Die Citigroup geht laut von LSEG zusammengestellten Daten davon aus, dass die Cerebras-Aktie in den nächsten zwölf Monaten ein Kursziel von 340 US-Dollar erreichen kann. Das entspräche gegenüber dem aktuellen Kurs einem Aufwärtspotenzial von rund 64 Prozent. Konsortialbanken eines Börsengangs dürfen erst 25 Tage nach der Erstnotiz Analysen zu einer Aktie veröffentlichen – diese Frist ist nun abgelaufen.

Zu den Kunden von Cerebras zählen namhafte Unternehmen wie Amazon.com und OpenAI, der Entwickler des bekannten KI-Chatbots ChatGPT. Darüber hinaus wird das Unternehmen von OpenAI sowie dem japanischen Investmentriesen SoftBank unterstützt. SoftBank soll Berichten zufolge sogar versucht haben, Cerebras vor dem Börsengang privat zu übernehmen.

Starkes Börsendebüt, aber deutliche Korrektur seitdem

Cerebras debütierte vor mehr als drei Wochen an der technologielastigen Nasdaq und schloss dabei rund 70 Prozent über seinem Emissionspreis von 185 US-Dollar – ein beeindruckendes Börsendebüt. Seitdem haben die Aktien jedoch mehr als 30 Prozent an Wert verloren. Als Gründe gelten Sorgen, die globale Tech-Rallye sei zu weit gelaufen, sowie die Erwartung einer restriktiven Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve für den Rest des Jahres – auch im Kontext des anhaltenden Nahostkonflikts.

Der breitere Halbleitersektor befindet sich derweil in einer bemerkenswerten Aufwärtsbewegung. Der Philadelphia SE Semiconductor Index ist im laufenden Quartal um 68 Prozent gestiegen und steuert damit auf seinen größten Quartalsgewinn seit Januar 2000 zu. Dieser Kontext verdeutlicht, wie stark das Anlegerinteresse an KI-Chips und verwandten Technologien derzeit ist – und warum Cerebras trotz der jüngsten Korrektur im Fokus der Wall Street bleibt.

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