Chevron-Aktionäre lehnen unabhängigen Verwaltungsratsvorsitz auf Jahreshauptversammlung ab
Bei der Jahreshauptversammlung stimmten Chevron-Aktionäre gegen eine Trennung von CEO- und Verwaltungsratsvorsitz-Rolle.

Die Aktionäre des US-Ölkonzerns Chevron haben auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch in Houston einen Antrag abgelehnt, der einen unabhängigen Verwaltungsratsvorsitzenden forderte. Der Vorschlag sah vor, die Rolle des Verwaltungsratsvorsitzenden künftig getrennt von der Position des CEO zu besetzen. Dies geht aus vorläufigen Abstimmungsergebnissen der Versammlung hervor.
Eingebracht hatte den Antrag das National Legal and Policy Center. Chevron selbst sprach sich gegen den Vorschlag aus und begründete dies mit dem Bedarf an Flexibilität bei der Gestaltung der eigenen Gremiumsstruktur. Das Unternehmen betonte, dass es die Freiheit benötige, die für es passende Führungsstruktur selbst zu bestimmen.
Stimmrechtsberater empfahlen Zustimmung
Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis hatte Investoren im Vorfeld empfohlen, dem Antrag zuzustimmen. Die Begründung: Ein unabhängiger Verwaltungsratsvorsitzender trage zu einem proaktiveren und effektiveren Gremium bei. Dennoch folgten die Aktionäre dieser Empfehlung nicht und stimmten stattdessen im Einklang mit der Unternehmensführung.
Die Abstimmung bei Chevron reiht sich in ein breiteres Bild ein. Bereits Anfang des Monats hatten auch die Aktionäre von ConocoPhillips einen vergleichbaren Vorschlag für den ebenfalls in den USA ansässigen Ölproduzenten abgelehnt. Die Frage nach der Trennung von CEO- und Verwaltungsratsvorsitz-Rolle ist in der US-amerikanischen Unternehmensführung ein wiederkehrendes Thema, das vor allem institutionelle Investoren und Stimmrechtsberater regelmäßig aufgreifen.
Alle zwölf Verwaltungsratsnominierten bestätigt
Neben der Abstimmung über die Führungsstruktur bestätigten die Chevron-Aktionäre auf der Jahreshauptversammlung auch die Wahl aller zwölf nominierten Kandidaten in den Verwaltungsrat. Damit bleibt die Zusammensetzung des Gremiums stabil.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus lehnten die Aktionäre zwei weitere Anträge ab, die von Aktionärsseite eingebracht worden waren. Einer der Anträge forderte die Erstellung eines Berichts über die Rechte indigener Völker, der andere verlangte einen Bericht über die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die Menschenrechte. Beide Anträge scheiterten ebenfalls.
Sämtliche Abstimmungsergebnisse der Jahreshauptversammlung entsprachen den Empfehlungen der Chevron-Unternehmensführung. Für deutsche Privatanleger, die in US-Energiekonzerne investiert sind, verdeutlicht das Ergebnis, wie stark das Management großer amerikanischer Ölkonzerne nach wie vor die Abstimmungsresultate bei Hauptversammlungen prägt – selbst wenn renommierte Stimmrechtsberater wie Glass Lewis gegenteilige Empfehlungen aussprechen.


