Chevron erhöht Cashflow-Ziel bis 2030
Energiekonzern setzt auf Effizienz, Technologie und sinkende Investitionen

Chevron hat am Mittwoch Pläne vorgestellt, den freien Cashflow bis 2030 jährlich um mehr als zehn Prozent zu steigern. Gleichzeitig will der US-Energiekonzern die Öl- und Gasförderung ausbauen und die Kosten weiter senken. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des Investorentags und markiert den Abschluss einer umfassenden Umstrukturierung, bei der bis zu 20 Prozent der Belegschaft – rund 8.000 Mitarbeiter – entlassen wurden.
Nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des Konkurrenten Hess für 55 Milliarden Dollar kann Chevron nun erstmals wieder langfristige Finanzziele vorlegen. Trotz eines Aktienanstiegs von 7,8 Prozent seit Jahresbeginn hinkt das Unternehmen damit hinter Konkurrenten wie Exxon Mobil und Shell her. Finanzchefin Eimear Bonner betonte, dass die starke Bilanz und das disziplinierte Investitionsprogramm die Grundlage bildeten, um auch in schwankenden Märkten erfolgreich zu sein.
Auf Basis eines Ölpreises von 70 US-Dollar pro Barrel rechnet Chevron damit, den freien Cashflow und den Gewinn pro Aktie jährlich um über zehn Prozent zu erhöhen. Die tägliche Produktion soll um zwei bis drei Prozent wachsen und liegt derzeit bei 4,1 Millionen Barrel Öläquivalent. Trotz dieser Pläne verzeichnete die Aktie am Mittwochvormittag einen Rückgang von 2,3 Prozent, während der Energieindex des S&P 500 um ein Prozent fiel.
Chevron senkt seine jährlichen Investitionsausgaben auf 18 bis 21 Milliarden Dollar und hebt gleichzeitig die Einsparziele auf bis zu vier Milliarden Dollar an. Durch Geschäftsvereinfachungen und den Verkauf von Upstream-Vermögenswerten sollen bis Ende 2025 zwei Milliarden Dollar eingespart werden. Der verstärkte Einsatz von Technologien, etwa zur Fernüberwachung von Anlagen, soll zusätzliche eine Milliarde Dollar an Kostensenkungen bringen.
Das Unternehmen plant außerdem den Bau seines ersten Projekts zur Energieversorgung eines KI-Rechenzentrums mit Erdgas in Westtexas, das bis 2027 in Betrieb gehen soll. Hierzu laufen derzeit Verhandlungen mit potenziellen Kunden aus der Tech-Branche, darunter OpenAI und Meta. Zugleich arbeitet Chevron an einer Ausweitung seiner Explorationsaktivitäten, bei denen künftig verstärkt Künstliche Intelligenz zur Datenauswertung eingesetzt wird, um Projekte schneller voranzutreiben.
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Zur AktienanalyseKonzernchef Mike Wirth erklärte, dass Gespräche mit der irakischen Regierung über neue Förderlizenzen im Gange seien und die Bedingungen derzeit attraktiver seien als in der Vergangenheit. Zudem rechnet er mittelfristig mit einem Überangebot an verflüssigtem Erdgas, was die Preise unter Druck setzen könnte.


