Chevron und Microsoft schließen 20-Jahres-Stromvertrag für KI-Rechenzentrum
Der Ölkonzern Chevron liefert Strom für ein riesiges Microsoft-KI-Rechenzentrum in West-Texas – Laufzeit: 20 Jahre.

Chevron hat eine langfristige Vereinbarung mit Microsoft geschlossen, um ein geplantes KI-Rechenzentrum in West-Texas mit Strom zu versorgen. Der Vertrag läuft über 20 Jahre und markiert einen bedeutenden Schritt in der wachsenden Zusammenarbeit zwischen Energiekonzernen und der Technologiebranche. Das Rechenzentrum könnte laut Berichten eines der größten seiner Art in den gesamten USA werden.
Für die Umsetzung arbeitet Chevron mit Joulent zusammen, einem Energieunternehmen, das von der Investmentfirma Engine No. 1 gegründet wurde. Gemeinsam planen die Partner den Bau eines massiven Kraftwerkskomplexes, der das Rechenzentrum mit Erdgas aus Chevrons eigenen Feldern in der Region versorgen soll. Es handelt sich um das erste große Projekt im Bereich KI-Rechenzentren für beide Unternehmen.
Gigantisches Projekt im Herzen des Permian Basin
Das Vorhaben trägt den Namen „Project Kilby" und soll im Reeves County im Herzen des Permian Basin entstehen – einem der bedeutendsten Öl- und Gasfelder der Vereinigten Staaten. Der geplante Campus würde sich über mehr als 2.000 Acres erstrecken und eine Leistung von 2,7 Gigawatt erreichen, wie Joulent mitteilte. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Kohlekraftwerk in Deutschland leistet etwa 0,5 bis 1 Gigawatt – das Projekt Kilby wäre damit ein außergewöhnlich leistungsstarkes Energieprojekt.
Angaben zu den Gesamtkosten des Projekts machten die beteiligten Unternehmen bislang nicht. Chevron erwartet jedoch, eine endgültige Investitionsentscheidung über den Bau des Gaskraftwerks zu treffen, sobald die erforderlichen Genehmigungen im weiteren Jahresverlauf vorliegen. Der genaue Zeitplan hängt damit maßgeblich vom Fortschritt des Genehmigungsverfahrens ab.
Energiekonzerne profitieren vom KI-Boom
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Zur AktienanalyseDas Projekt steht exemplarisch für einen breiteren Trend: Technologieunternehmen dringen zunehmend in Erdgasfelder vor, um ihre wachsenden KI-Ambitionen mit ausreichend Strom zu versorgen. Gleichzeitig erkennen Energiekonzerne wie Chevron die Chance, von der enormen Stromnachfrage durch KI-Rechenzentren zu profitieren. Die Bereitschaft der Technologiebranche, die Stromerzeugung in Eigenregie zu übernehmen, nimmt dabei spürbar zu.
Für Chevron bedeutet die Vereinbarung eine strategische Erweiterung des Geschäftsmodells über die klassische Öl- und Gasförderung hinaus. Joulent als Projektpartner bringt dabei die Expertise im Bereich der Energieinfrastruktur ein, während Microsoft als Abnehmer langfristige Planungssicherheit für seinen Rechenzentrumsbetrieb erhält. Ob und wann das Projekt tatsächlich realisiert wird, hängt nun vor allem von den ausstehenden behördlichen Genehmigungen ab.


