Chevron verhandelt über erweiterte Venezuela-Lizenz
Der US-Ölkonzern Chevron befindet sich in Gesprächen mit der US-Regierung über eine Ausweitung seiner Betriebslizenz in Venezuela. Das Unternehmen will seine Rohölexporte steigern und wieder an andere Käufer liefern können, während Washington und Caracas

Der US-Ölkonzern Chevron verhandelt mit der US-Regierung über eine bedeutende Erweiterung seiner Betriebslizenz in Venezuela. Laut vier mit den Verhandlungen vertrauten Quellen will das Unternehmen seine Rohölexporte zu eigenen Raffinerien steigern und wieder andere Käufer beliefern können. Die Gespräche finden in einem sensiblen politischen Umfeld statt, während Präsident Donald Trump amerikanische Ölunternehmen zu Investitionen in Venezuela drängt.
Rückkehr zu früheren Exportniveaus geplant
Die angestrebte Lizenz-Erweiterung würde Chevron ermöglichen, zu früheren Exportniveaus zurückzukehren. Im Rahmen verschärfter Sanktionen hatte die Trump-Administration im Juli 2024 zusätzliche Beschränkungen verhängt, die Chevrons Exporte von ursprünglich 250.000 Barrel pro Tag auf nur noch 100.000 Barrel im Dezember reduzierten. Zudem wurden der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA sämtliche Einnahmen aus Chevrons Exporten entzogen.
Mit der neuen Lizenz könnte Chevron nicht nur die Exportmengen wieder erhöhen, sondern auch venezolanisches Rohöl an Geschäftspartner liefern, die die Ladungen an andere Destinationen außerhalb der USA weiterleiten können. Zwei Quellen berichten, dass ehemalige Partner, darunter ein indischer Raffineriebetreiber, diese Woche bereits in Caracas Anfragen zur möglichen Wiederaufnahme von Ölverladungen stellten.
Weitere US-Konzerne im Gespräch
Washington drängt laut drei Branchenquellen darauf, dass auch andere US-Unternehmen in den Ölexport aus Venezuela einbezogen werden. Dazu zählen der Raffineriebetreiber Valero Energy, der vor den Sanktionen ein PDVSA-Kunde war, sowie die Ölmajors Exxon Mobil und ConocoPhillips. Die beiden letztgenannten Konzerne hatten vor zwei Jahrzehnten ihre Vermögenswerte in Venezuela enteignet bekommen. Die mögliche Beteiligung dieser Unternehmen sorgt laut drei Quellen für Spannungen in den Gesprächen zwischen Caracas und Washington.
50 Millionen Barrel für die USA
Parallel zu den Chevron-Verhandlungen erzielen Washington und Caracas Fortschritte bei Gesprächen über die Lieferung von bis zu 50 Millionen Barrel venezolanischem Öl an die Vereinigten Staaten. US-Beamte teilten diese Woche mit, dass die Einnahmen aus der Ölversorgung einem von den USA überwachten Treuhänder zufließen werden. Diese Gelder sollen die Beschaffung amerikanischer Güter für Venezuela finanzieren und PDVSA helfen, Lagerbestände inmitten der strengen Ölblockade abzubauen.
PDVSA bestätigt Fortschritte
PDVSA bestätigte am Mittwoch Fortschritte bei Verhandlungen mit den USA über Ölexporte unter ähnlichen Bedingungen wie für Chevron. Der Prozess basiere "auf streng kommerziellen Transaktionen unter legalen, transparenten und für beide Seiten vorteilhaften Bedingungen", hieß es in einer Erklärung. Ein Vorstandsmitglied von PDVSA äußerte die Erwartung, das Öl zu Marktpreisen verkaufen zu können.
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Zur AktienanalyseSanktionen bleiben bestehen
Trotz der Verhandlungen bekräftigten die USA, dass das Ölembargo gegen Venezuela weiterhin in Kraft sei. Am Mittwoch brachten die USA zwei mit Venezuela in Verbindung stehende Tanker im Atlantik auf und beschlagnahmten sie. Ladungen auf sanktionierten US-Schiffen würden weiterhin ins Visier genommen, so die Regierung. Chevron bleibt derzeit der einzige große US-Ölkonzern, der unter einer Sondergenehmigung der US-Regierung in Venezuela tätig ist und von den Sanktionen ausgenommen wurde.
Ein Sprecher des US-Finanzministeriums erklärte: "Das US-Finanzministerium ist voll und ganz bestrebt, die Bemühungen von Präsident Trump im Namen des venezolanischen Volkes zu unterstützen." Chevron, Valero, Exxon und ConocoPhillips reagierten zunächst nicht auf Bitten um Stellungnahme.

