Chile verschärft Auflagen für El-Teniente-Mine
Nach tödlichem Einsturz bleiben mehrere Sektoren vorerst geschlossen

Die chilenische Bergbaubehörde Sernageomin hat die Anforderungen an den staatlichen Kupferkonzern Codelco verschärft, um eine Wiederaufnahme der Arbeiten in Teilen der El-Teniente-Mine nach einem tödlichen Einsturz zu erlauben. Laut einem internen Dokument verlangt die Behörde künftig ein umfassendes Nachverfolgungs- und Überwachungsprogramm für die Stabilität und Sicherheit sämtlicher noch geschlossener unterirdischer Abbaubereiche. Ziel ist es, Risiken bei den Betriebsabläufen stärker unter Kontrolle zu halten.
Codelco hatte nach dem Unglück am 31. Juli, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen, sämtliche Abschnitte der größten und profitabelsten Mine des Unternehmens sofort stillgelegt. Die Anlage in den Anden nahe Santiago umfasst mehrere tausend Kilometer an Tunneln und gilt als Herzstück der chilenischen Kupferproduktion. Mittlerweile konnte das Unternehmen acht von insgesamt zwölf Sektoren wieder öffnen.
Am Montag erklärte Codelco, dass an einer schrittweisen Wiederinbetriebnahme der Bereiche Andes Norte und Diamante gearbeitet werde. Diese Sektoren dürfen nach Genehmigungen von Sernageomin und der Arbeitsinspektion schrittweise wieder anlaufen. Die Einheiten Recursos Norte und Andesita bleiben dagegen vorerst geschlossen. Der Einsturz hatte insbesondere die neue Anlage Andesita betroffen, doch auch Andes Norte, wo bereits mit der Förderung begonnen worden war, sowie Diamante wurden im Zuge der Untersuchungen gestoppt.
Zu den Auflagen der Behörde gehörten bereits zuvor Berichte über Kontrollmaßnahmen, die künftige Zwischenfälle verhindern sollen. Nun wird ein weitergehendes Sicherheits- und Stabilitätskonzept für alle verbliebenen gesperrten Bereiche gefordert. Codelco reagierte zunächst nicht auf Anfragen zu den neuen Vorgaben.
Der Konzern, der als weltgrößter Kupferproduzent gilt, musste seine Produktionsprognose für das laufende Jahr nach dem Unfall nach unten korrigieren. Die Einschränkungen in El Teniente, das als Schlüsselprojekt für die Versorgung des Weltmarktes gilt, belasten die Förderpläne zusätzlich.
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Zur AktienanalyseDie Mine El Teniente hat für Chile eine besondere Bedeutung, da sie den größten Anteil an den Erlösen des Staatsunternehmens erwirtschaftet. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Sicherheitsstandards, bevor die verbliebenen Sektoren ihre Arbeit wieder aufnehmen dürfen. Die Untersuchungen zum Einsturz dauern an, während die schrittweise Öffnung weiterer Bereiche von den Ergebnissen der technischen Prüfungen abhängen wird.


