China-Automarkt vor Trendwende: Analysten erwarten Rückgang
Der chinesische Automobilmarkt steht vor einem schwierigen Jahr. Morgan Stanley prognostiziert für 2026 einen Verkaufsrückgang von 3 Prozent – das erste Minus nach drei Jahren Wachstum.

Die Verkaufsdynamik im weltgrößten Automarkt hat deutlich nachgelassen. Morgan Stanley erwartet für das erste Quartal 2026 einen Rückgang der Pkw-Verkäufe um 5 bis 7 Prozent im Jahresvergleich. Besonders dramatisch: Die kombinierten Verkäufe in Januar und Februar dürften um über 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen.
Schwacher Start ins neue Jahr
Die Analysten um Tim Hsiao sprechen von einem "kalten Start" in das Jahr 2026. Untersuchungen der Vertriebskanäle zeigen, dass der Auftragseingang bei großen Elektrofahrzeugherstellern zu Jahresbeginn im Monatsvergleich um 30 bis 40 Prozent eingebrochen ist. "Ein signifikanter Umsatzrückgang und anhaltender Anti-Involution-Druck haben die ursprünglichen Verkaufspläne der Automobil-OEMs für 2026 durchkreuzt", heißt es in der Analystennotiz.
Die Hersteller reagieren mit einer veränderten Strategie: Statt auf aggressive Preisnachlässe und Subventionen zu setzen, steht nun der Lagerabbau im Vordergrund. Erst nach dem Mondneujahr sollen beschleunigte Modelleinführungen folgen.
Margen unter Druck
Die Rentabilitätsaussichten verschlechtern sich zusehends. Morgan Stanley erwartet, dass die Autohersteller ihre Gewinnprognosen für 2026 senken müssen. Niedrigere Auslastungsraten, höhere Subventionen und eine "signifikante Kosteninflation bei allen wichtigen Materialien und Komponenten" belasten die Margen.
Die Bank warnt vor einer ein- bis zweiquartalen Phase der Umsatz- und Margenkontraktion sowie einem erhöhten Kapitalverbrauch, bevor sich die Branche an die "neue Normalität" angepasst hat. Die Preisverhandlungen mit Zulieferern laufen auf Hochtouren – einige Komponentenhersteller könnten gezwungen sein, einen Teil des Drucks zu absorbieren.
Export als Hoffnungsträger
Ein Lichtblick bleibt der Exportmarkt. Morgan Stanley prognostiziert ein Exportwachstum von rund 16 Prozent, das die inländische Schwäche teilweise ausgleichen soll. Besonders Europa rückt in den Fokus: "Die Möglichkeit, Mindestpreise für Chinas BEVs anstelle von Zöllen festzulegen, wäre konstruktiv für die Verkaufsexpansion chinesischer E-Fahrzeuge in Europa", so die Analysten.
Gewinner und Verlierer
Trotz der schwierigen Gesamtlage sieht Morgan Stanley einzelne Gewinner. Relativ besser positioniert sind demnach Unternehmen mit Fokus auf intelligentes Fahren wie Hesai, Horizon Robotics, XPeng und WeRide. Auch Exporteure nach Europa wie BYD, Geely und SAIC Motor könnten von technischen und geografischen Rückenwinden profitieren.
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Zur AktienanalyseKurzfristig erwartet die Bank jedoch, dass der Automobilsektor schlechter abschneiden wird als die breiteren Aktienindizes. Die Aktien dürften vor dem Mondneujahr schwanken und tendenziell nachgeben.
Staatliche Unterstützung möglich
Angesichts des BIP-Ziels von 5 Prozent bleibt die Möglichkeit weiterer staatlicher Konjunkturmaßnahmen bestehen, sollten sich die Bedingungen im Automobilsektor weiter verschlechtern. Für Gesamtjahr 2026 prognostiziert Morgan Stanley einen Rückgang der chinesischen Autoverkäufe um etwa 3 Prozent, wobei das Inlandsvolumen um 5 bis 7 Prozent sinken dürfte.


