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China beschränkt US-Investitionen in chinesische Technologieunternehmen

Peking weist KI-Start-ups an, US-Kapital ohne staatliche Genehmigung abzulehnen – ByteDance und Moonshot AI betroffen.

China beschränkt US-Investitionen in chinesische Technologieunternehmen

Chinesische Regulierungsbehörden schränken US-Investitionen in heimische Technologieunternehmen massiv ein. Laut einem Bericht von Bloomberg haben Behörden wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) mehrere private Tech-Firmen angewiesen, amerikanisches Kapital in Finanzierungsrunden ohne ausdrückliche staatliche Genehmigung abzulehnen. Zu den betroffenen Unternehmen zählen demnach die KI-Start-ups Moonshot AI und StepFun.

Auch für den TikTok-Eigentümer ByteDance haben die Aufsichtsbehörden ähnliche Beschränkungen beschlossen. Konkret soll ByteDance keine Verkäufe von Sekundäranteilen an US-Investoren ohne vorherige staatliche Genehmigung zulassen. Die Maßnahmen zielen laut Bloomberg darauf ab, zu verhindern, dass amerikanische Investoren Beteiligungen an Technologien erwerben, die mit der nationalen Sicherheit Chinas in Verbindung stehen.

Metas Manus-Übernahme als Auslöser

Als unmittelbarer Auslöser für die verschärfte Kontrolle gilt die mehr als zwei Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des KI-Start-ups Manus durch den Facebook-Mutterkonzern Meta im Jahr 2025. Diese Transaktion löste Untersuchungen zu Auslandsinvestitionen in chinesische Unternehmen sowie zu Technologieexporten aus. Die Sorge der chinesischen Behörden: Die Übernahme könnte andere Start-ups dazu bewegen, fortschrittliche Technologien ins Ausland zu verlagern.

Weder die NDRC noch die chinesische Botschaft in Washington, StepFun, ByteDance, Meta oder Moonshot AI reagierten unmittelbar auf Anfragen von Reuters zur Stellungnahme. Auch das US-Finanzministerium und das Bureau des US-Handelsministeriums antworteten zunächst nicht.

Jahrelange Verflechtung zwischen US-Kapital und chinesischem Tech-Sektor

Die Bedeutung amerikanischen Kapitals im chinesischen Technologiesektor ist historisch gewachsen. Risikokapitalfirmen wie Sequoia Capital und Benchmark investierten über Jahre hinweg in chinesische Unternehmen, während Konzerne wie Apple, Microsoft und Tesla enge operative Verbindungen nach China unterhielten. Amerikanische Pensionsfonds und Stiftungen fungierten zudem als wichtige Geldgeber für auf China ausgerichtete Venture-Capital-Fonds und trugen so zum Wachstum von Internetplattformen, Elektrofahrzeugen und Künstlicher Intelligenz bei.

Die jüngsten Schritte Pekings spiegeln eine wachsende gegenseitige Abschottung wider. Denn auch Washington hat Anfang dieses Jahres eigene Beschränkungen eingeführt: US-Investitionen in bestimmte chinesische Unternehmen aus den Bereichen KI, Halbleiter und Quantencomputing wurden unter Berufung auf Sicherheitsbedenken begrenzt. Beide Seiten bauen damit systematisch Barrieren auf, die den jahrelangen Kapitalfluss zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zunehmend einschränken.

Für deutsche und europäische Anleger, die über Fonds oder direkt in chinesische oder amerikanische Technologieunternehmen investiert sind, erhöht diese Entwicklung die geopolitischen Risiken im Portfolio. Die zunehmende Entkopplung der Kapitalmärkte zwischen den USA und China könnte Bewertungen, Finanzierungsrunden und Börsengänge im globalen Tech-Sektor nachhaltig beeinflussen.

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