China bremst Exporte seltener Erden
Europäische Firmen melden Verluste und drohende Produktionsstopps trotz Gipfelzusagen

Europäische Unternehmen sehen sich trotz eines Abkommens zwischen Brüssel und Peking mit zunehmenden Produktionsstillständen und finanziellen Verlusten konfrontiert, da China seine Exporte seltener Erden weiter streng kontrolliert. Die Europäische Handelskammer in China erklärte, dass die im Juli getroffenen Vereinbarungen bislang keine spürbare Entlastung gebracht hätten. Firmenvertreter berichteten von anhaltenden Engpässen und stockenden Genehmigungsverfahren für wichtige Rohstoffe.
Chamber-Präsident Jens Eskelund betonte, dass die Zusagen beim EU-China-Gipfel am 24. Juli keine spürbaren Veränderungen im Geschäftsalltag nach sich gezogen hätten. Trotz der Zusicherung Pekings, Exportlizenzen für kritische Materialien schneller zu vergeben, blieben die Hürden hoch. Innerhalb von zwei Monaten nach dem Gipfel sei die Zahl der Beschwerden und Hilfsersuchen der Mitgliedsunternehmen gestiegen. Weniger als ein Viertel der rund 140 Anträge, die die Kammer begleitet habe, seien bislang bewilligt worden.
Besonders betroffen sind die Automobilindustrie und die Chipbranche, die seltene Erden und daraus hergestellte Magneten in großem Umfang benötigen. Hersteller in Europa und anderen Regionen meldeten bereits Produktionsverzögerungen und Stillstände, nachdem China im Zuge von US-Strafzöllen Exportkontrollen eingeführt hatte. Mehrere Firmen reichten vorsorglich Anträge ein, um drohende Lieferverzögerungen abzufedern und finanzielle Verluste zu minimieren.
China verarbeitet und veredelt den Großteil der weltweit geförderten seltenen Erden, die in zahlreichen Industrien unverzichtbar sind – von der Rüstungsproduktion bis zu Hightech-Anwendungen. Peking weist den Vorwurf zurück, mit den Exportbeschränkungen bestimmte Länder ins Visier zu nehmen, und spricht von einer nicht diskriminierenden Maßnahme. Gleichwohl haben die Einschränkungen den europäischen Markt stark getroffen.
Beim Treffen zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Chinas Staatschef Xi Jinping hatte China zugesagt, Genehmigungen für europäische Unternehmen zu beschleunigen. Die Forderung der EU, Lizenzen langfristig oder dauerhaft für den Export in die Union zu gewähren, erfüllte Peking jedoch nicht. Nach Einschätzung der Handelskammer ist seither keine wesentliche Verbesserung eingetreten.
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Zur AktienanalyseNach chinesischen Zollangaben stiegen die Exporte von Magneten aus seltenen Erden, auch nach Europa, seit Juni deutlich an. Dennoch rechnet die Kammer mit weiteren Produktionsstopps, da die Vergabe von Genehmigungen hinter den Erwartungen zurückbleibt. Mehrere Mitgliedsunternehmen erlitten bereits Verluste infolge der Lieferengpässe, so Eskelund.

