China dreht den USA den Rohstoffhahn zu
Exportstopp bei Seltenen Erden legt Schwächen des Westens in der Weiterverarbeitung offen

Chinas Entscheidung, den Export von sieben ausgewählten Seltenen Erden einzuschränken, trifft die Vereinigten Staaten in einem besonders sensiblen Bereich. Diese Rohstoffe sind unverzichtbar für die Hightech-Industrie, insbesondere in militärischen Anwendungen, der Chipproduktion und bei elektronischen Bauteilen. Der Schritt Pekings gilt als Reaktion auf den anhaltenden Zollstreit, den die US-Regierung unter Donald Trump initiiert hat.
Betroffen sind die Mineralien Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Yttrium sowie Scandium. Diese Stoffe zählen zu den sogenannten schweren Seltenen Erden, die geologisch zwar nicht immer selten sind, deren Förderung und Verarbeitung jedoch äußerst komplex und aufwendig ist. China dominiert diesen Markt seit Jahrzehnten – sowohl bei der Förderung als auch bei der industriellen Aufbereitung der Erze. Die USA und andere westliche Staaten haben bislang keinen Zugang zu vergleichbaren Verarbeitungskapazitäten.
Der neue Exportstopp bedeutet, dass Unternehmen künftig in Peking spezielle Lizenzen beantragen müssen, um diese Rohstoffe zu beziehen. Industrievertreter berichten von einem intransparenten Verfahren, das Verzögerungen von bis zu 45 Tagen nach sich ziehen kann. Für viele westliche Unternehmen, insbesondere in der Rüstungsindustrie, kann das erhebliche Produktionsverzögerungen bedeuten. Unter anderem ist das neue Kampfflugzeug F-47 betroffen, dessen Entwicklung erst kürzlich von der US-Regierung in Auftrag gegeben wurde.
Die Lage wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die einzige aktive Mine außerhalb Chinas in Myanmar liegt – einem Land, das seit Jahren unter einem Bürgerkrieg leidet und wirtschaftlich eng mit China verflochten ist. Die dort gewonnenen Rohstoffe werden ausschließlich in China weiterverarbeitet. Die westliche Abhängigkeit zeigt sich auch darin, dass Deutschland im ersten Halbjahr 2024 rund 92 Prozent seiner Permanentmagneten aus China importierte.
Bereits im Jahr 2010 hatte China in einem Streit mit Japan Exportbeschränkungen für Seltene Erden verhängt. Der damalige Vorfall führte weltweit zu einem Umdenken in der Rohstoffpolitik, insbesondere in Japan, wo verstärkt in Recycling-Technologien investiert wurde. Die USA und Europa reagierten hingegen nur zögerlich. Versuche, die einstigen Kapazitäten in Ländern wie Frankreich oder den USA wieder aufzubauen, blieben bislang weitgehend erfolglos.
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Zur AktienanalyseDie technische Komplexität der Verarbeitung erweist sich als große Hürde. Experten berichten von bis zu 1700 manuellen Verarbeitungsschritten allein für das hochreine Terbium. China hat über Jahrzehnte nicht nur die industrielle Infrastruktur geschaffen, sondern auch eine breite wissenschaftliche Basis aufgebaut. In den USA hingegen scheiterte selbst der Versuch, die traditionsreiche Mine Mountain Pass zu reaktivieren, an der fehlenden Raffinationstechnologie.


