China drosselt Export seltener Erdmagnete
Rückgang um sechs Prozent schürt neue Spannungen im Handelsstreit mit den USA

Die Ausfuhren Chinas von Permanentmagneten aus seltenen Erden sind im September um 6,1 Prozent gesunken. Das geht aus neuen Zollzahlen hervor, die Befürchtungen schüren, Peking könne seine dominierende Stellung bei diesen für zahlreiche Industriezweige unverzichtbaren Materialien erneut als Druckmittel in Handelsverhandlungen einsetzen. Die Magnete werden unter anderem für Elektroautos, Smartphones und militärische Ausrüstung benötigt, was sie zu einem strategisch bedeutsamen Exportgut macht.
Der Rückgang markiert das Ende einer dreimonatigen Wachstumsphase und erfolgte noch vor der jüngsten Ausweitung der chinesischen Exportlizenzen für seltene Erden. Mit 5.774 Tonnen lagen die Ausfuhren deutlich unter dem Augustwert von 6.146 Tonnen, der den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht hatte. Nach Angaben von Analysten zeigt die Entwicklung, dass China sich der Bedeutung dieser Rohstoffe für die Weltwirtschaft bewusst ist und seine Exportpolitik gezielt als Instrument in internationalen Verhandlungen nutzt.
Bereits im Frühjahr hatte Peking die Ausfuhr bestimmter seltener Erden und Magnetprodukte eingeschränkt, während die USA hohe Zölle auf chinesische Waren verhängten. Trotz eines im Juni geschlossenen Abkommens zur Lockerung der Lieferströme wuchs zuletzt wieder die Sorge, China könne die Zusagen zurücknehmen. Die Spannungen wurden zusätzlich verschärft, nachdem beide Seiten im Herbst neue Strafzölle in Aussicht stellten.
Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums stiegen die Ausfuhren im Jahresvergleich im September zwar um 17,5 Prozent, dennoch habe die Regierung die Vergabe von Exportlizenzen erneut erschwert. Sie wies Vorwürfe der USA zurück, die Exportkontrollen zielten auf eine politische Einflussnahme, und betonte, Genehmigungen für zivile Zwecke würden weiterhin erteilt. Fachleute befürchten jedoch, dass auch zivile Nutzer in Handelskonflikte hineingezogen werden könnten, wenn China den Zugang zu strategischen Materialien einschränkt.
Besonders stark betroffen waren die Vereinigten Staaten: Ihre Importe sanken im Monatsvergleich um 28,7 Prozent. Vietnam verzeichnete dagegen einen Anstieg um 57,5 Prozent, während die Niederlande infolge der Umschlagaktivitäten im Hafen Rotterdam ein Plus von 109 Prozent meldeten. Insgesamt beliefen sich Chinas Exporte von Magneten aus seltenen Erden in den ersten neun Monaten des Jahres auf 39.817 Tonnen, was einem Rückgang von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
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Zur AktienanalyseUS-Präsident Donald Trump erklärte vor der Veröffentlichung der Daten, er wolle nicht, dass China „das Spiel mit den seltenen Erden“ fortsetze, und deutete an, mögliche Zollsteigerungen auszusetzen, falls Peking vermehrt amerikanische Agrarprodukte kaufe. Doch die chinesische Regierung zeigt bislang keine Anzeichen eines Einlenkens. Ihre neuen Exportauflagen sollen kurz vor Ablauf der aktuellen 90-tägigen Zollpause in Kraft treten. Ein Treffen zwischen Xi Jinping und Trump in Südkorea Ende des Monats soll die Spannungen nicht weiter verschärfen, doch Ökonomen erwarten, dass die Handelskonflikte zwischen beiden Staaten langfristig bestehen bleiben.


