China ist laut Bernstein größte langfristige Bedrohung für SpaceX
Trotz deutlichem Rückstand bei Wiederverwendbarkeit sieht Bernstein China als ernsthaftesten Konkurrenten für Elon Musks Raumfahrtunternehmen.

Das Analysehaus Bernstein sieht in Chinas aufstrebendem Raumfahrtprogramm die größte langfristige wettbewerbliche Bedrohung für SpaceX. Trotz des nach wie vor erheblichen Vorsprungs des US-Unternehmens bei wiederverwendbaren Trägertechnologien und dem Satellitenbetrieb warnen die Analysten vor den beschleunigten Fortschritten der Volksrepublik. Auslöser der aktuellen Einschätzung ist die jüngst erfolgreiche Landung der Erststufen-Booster der chinesischen „Langer Marsch 10B"-Rakete.
Dieser Meilenstein sei rund sechs Monate früher als erwartet eingetreten, so Bernstein. Das unterstreiche das hohe Tempo, mit dem China seine Startkapazitäten im Weltraum ausbaut. Für Beobachter des globalen Raumfahrtsektors ist dies ein deutliches Signal, dass Peking seinen Rückstand gegenüber westlichen Anbietern zügig verringern will.
SpaceX bleibt klar in Führung
Dennoch betont Bernstein, dass China derzeit noch weit hinter SpaceX zurückliegt. Während die „Langer Marsch 10" die Wiederverwendbarkeit ihrer Booster erst noch unter Beweis stellen muss, setzt SpaceX bereits seit fast einem Jahrzehnt erfolgreich auf die Wiederverwendung seiner Falcon-9-Raketen. Im vergangenen Jahr absolvierte das Unternehmen beeindruckende 165 Starts – eine Frequenz, die China noch lange nicht erreicht.
Laut Bernstein muss China zunächst zwei entscheidende Fähigkeiten entwickeln, bevor es SpaceX ernsthaft herausfordern kann: die Fähigkeit zu schnellen Wiederstarts sowie eine Hochfrequenzfertigung von Raketen. Beides sind komplexe industrielle und logistische Herausforderungen, die Jahre intensiver Entwicklungsarbeit erfordern dürften.
Staatliche Ressourcen als entscheidender Faktor
Trotz des aktuellen Rückstands sieht Bernstein China als glaubwürdigsten langfristigen Herausforderer – und das vor allem wegen der enormen staatlichen Ressourcen, die Peking in sein Raumfahrtprogramm investiert. Hinzu kommen äußerst ambitionierte Ziele: China plant eine bemannte Mondlandung um das Jahr 2030 und beabsichtigt, mehr als 200.000 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn zu stationieren.
Diese Pläne verleihen dem Wettbewerb eine geopolitische Dimension. Bernstein vergleicht die zunehmende Rivalität zwischen den USA und China im All mit einem neuen Wettlauf ins Weltall – ähnlich dem historischen Space Race zwischen den USA und der Sowjetunion im 20. Jahrhundert. Ein solches Szenario könnte die staatliche Unterstützung für SpaceX und andere US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen sogar stärken.
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Zur AktienanalyseBernstein bleibt optimistisch für SpaceX
Angesichts all dieser Entwicklungen behält Bernstein seine Einstufung „Outperform" für SpaceX bei. Das Kursziel liegt unverändert bei 239 US-Dollar. Als entscheidenden langfristigen Vorteil nennen die Analysten den Vorsprung des Unternehmens bei der vollständig wiederverwendbaren Starship-Technologie. Dieses nächste Kapitel der Raumfahrt könnte SpaceX seinen Wettbewerbsvorsprung noch auf Jahre hinaus sichern – selbst wenn China sein Entwicklungstempo beibehält.


