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China liefert Kokskohle nach Indonesien

Seltene Exporte treffen auf Überkapazitäten in Sulawesis Koksindustrie und indische Importbeschränkungen

China liefert Kokskohle nach Indonesien

China hat im Mai in einem seltenen Schritt mindestens drei Ladungen Kokskohle an Abnehmer in der indonesischen Region Sulawesi geliefert. Dies berichten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Export stellt eine Ausnahme dar, da der chinesische Markt für Kokskohle in der Regel auf Importe ausgerichtet ist und bisher nur vereinzelt Exporte nach Indonesien stattgefunden haben. Laut chinesischen Zolldaten war dies seit Jahresbeginn erst das dritte Mal.

Verkauft wurde die Kokskohle von der staatlichen Shanxi Coking Coal Group an die China Risun Group, die eine der größten Kokereien in Sulawesi betreibt. Zwei weitere Lieferungen gingen laut den Quellen an Hong Kong Jinteng Development Ltd und an ein Werk des Stahlherstellers Dexin Steel in Indonesien. Alle Beteiligten lehnten eine Stellungnahme ab oder waren für Reuters nicht erreichbar.

Die Lieferungen erfolgen vor dem Hintergrund eines wachsenden Überangebots an metallurgischem Koks in Indonesien. Die dortigen Verarbeitungsanlagen in Sulawesi arbeiten derzeit laut Insidern nur mit einer Auslastung von 60 bis 70 Prozent. Gleichzeitig stieg der indonesische Export von Met-Koks im Jahr 2024 auf ein Rekordniveau, auch wenn dieser zuletzt durch Importbeschränkungen in Indien gebremst wurde.

Ein unabhängiger Analyst deutete die Lieferungen aus China als einen Versuch, die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines regelmäßigen Exports zu erproben. Darüber hinaus sei es ein Signal an traditionelle Lieferländer wie Australien, dass indonesische Abnehmer künftig auch auf andere Quellen zurückgreifen könnten.

Trotz dieser Entwicklung sehen Experten keine Anzeichen dafür, dass sich der chinesische Kokskohleexport nach Indonesien kurzfristig verstetigen wird. Hohe Kosten und der starke Wettbewerb durch Anbieter aus Russland und der Mongolei machen dies unwahrscheinlich. Langfristig könnte sich dies jedoch ändern, sofern die rückläufige Nachfrage der chinesischen Stahlindustrie zu einem Überschuss an Kokskohle führt.

Im April hatte China bereits 78.030 Tonnen Kokskohle nach Indonesien exportiert – die erste Lieferung dieser Art seit Juli des Vorjahres. Aktuelle Zahlen für Mai lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vor.

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