China lockert Zollstreit: E-Autobauer dürfen Einzeldeals mit EU aushandeln
Peking gibt grünes Licht für individuelle Preisvereinbarungen – VW-Tochter Cupra macht den Anfang

Das chinesische Handelsministerium signalisiert Entspannung im Handelskonflikt mit der Europäischen Union. Chinesische Elektroautohersteller dürfen künftig eigenständig Mindestpreis-Vereinbarungen mit Brüssel aushandeln. Ein Ministeriumssprecher äußerte sich am Donnerstag optimistisch, dass weitere Unternehmen diesem Weg folgen werden.
Die neue Flexibilität Pekings kommt nicht von ungefähr. Seit Ende 2024 belegen EU-Strafzölle von bis zu 35,3 Prozent chinesische E-Auto-Importe. Die Kommission will damit verhindern, dass subventionierte Billigfahrzeuge von BYD, Geely oder SAIC den europäischen Markt dominieren.
Cupra als Vorreiter
Den Durchbruch erzielte VW-Tochter Cupra vor wenigen Tagen. Als erstes Unternehmen erhielt die Marke eine Zollausnahme für ihr China-Modell Tavascan. Im Gegenzug verpflichtete sich Cupra zu festen Mindestpreisen und Importobergrenzen – ein Modell, das nun Schule machen könnte.
Die rechtliche Grundlage dafür schuf die EU-Kommission bereits im Januar mit ihren Mindestpreis-Vorschlägen. Diese sollen die Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Subventionen ausgleichen, ohne den Handel komplett zu blockieren.
Deutsche Autobauer im Dilemma
Besonders brisant ist die Situation für deutsche Premiumhersteller. BMW importiert eigene E-Modelle aus China, Mercedes kooperiert bei der Marke Smart eng mit Geely. Beide Konzerne haben zusammen mit weiteren Herstellern beim Europäischen Gerichtshof Beschwerde gegen die Zölle eingereicht.
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Zur AktienanalyseDie Autobauer stehen vor einem strategischen Dilemma: Einerseits profitieren sie von günstigen Produktionsstandorten in China, andererseits fürchten sie chinesische Konkurrenz auf dem Heimatmarkt. Der Konkurrenzkampf in China selbst verschärft sich derweil dramatisch – mit Preisschlachten, die auch europäische Margen unter Druck setzen.
Für Anleger bedeutet die neue Entwicklung mehr Planungssicherheit. Individuelle Deals könnten die Margen der Importeure stabilisieren und gleichzeitig politische Risiken reduzieren. Ob weitere chinesische Hersteller dem Cupra-Beispiel folgen, dürfte die kommenden Wochen zeigen.


