China reagiert stärker auf globale Rohstoffpreise
Importe schwanken je nach Markttrend – eigene Förderung und Zölle verschieben Handelsströme

Chinas Rohstoffimporte in der ersten Jahreshälfte 2025 zeichnen ein differenziertes Bild – mit einem klaren Trend zur zunehmenden Preissensitivität des weltgrößten Rohstoffkäufers. Während die Einfuhren insgesamt uneinheitlich verliefen, reagierte das Land bei mehreren zentralen Rohstoffarten deutlich auf Preisbewegungen an den internationalen Märkten.
Im Bereich Rohöl war der Verlauf der Importe exemplarisch für diese Entwicklung. Während im ersten Quartal ein Rückgang um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde, zogen die Importe im zweiten Quartal wieder an. Im Juni erreichten sie mit 12,14 Millionen Barrel pro Tag den höchsten Stand seit August 2023. Insgesamt ergab sich für das erste Halbjahr ein Zuwachs von 1,4 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem die gesunkenen Preise, denn Brent-Futures fielen zwischen April und Mai von 75,47 auf 58,50 US-Dollar pro Barrel. Dagegen lagen die Einfuhrpreise für die im ersten Quartal gelieferten Mengen noch deutlich höher.
Auch bei Flüssigerdgas zeigte sich diese Preisabhängigkeit. Die Spotpreise für Nordostasien hatten Mitte Februar ein 15-Monats-Hoch erreicht, woraufhin die chinesischen LNG-Importe spürbar zurückgingen. Nach Schätzungen des Analyseunternehmens Kpler sanken sie im ersten Halbjahr um 22 Prozent auf 30,24 Millionen Tonnen. Die gesamten Erdgasimporte – inklusive Pipelinegas – lagen damit 7,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Beim Kupfer wurde die Entwicklung durch geopolitische Faktoren beeinflusst. Die Importe von nicht legiertem Kupfer fielen um 4,6 Prozent auf 2,633 Millionen Tonnen. Ein Teil der für China bestimmten Lieferungen wurde in die USA umgeleitet, da Händler vor der Einführung eines neuen US-Zolls von 50 Prozent im Juni profitierten. Gleichzeitig stiegen jedoch die Einfuhren von Kupfererzen und -konzentraten um 6,4 Prozent auf 14,75 Millionen Tonnen – ein Hinweis auf stabile Nachfrage chinesischer Schmelzbetriebe.
Die Einfuhren von Eisenerz sanken um 3,0 Prozent auf 592,21 Millionen Tonnen. Die Preise blieben in einem engen Band um 99 US-Dollar pro Tonne, während die chinesische Stahlproduktion leicht rückläufig war. Kohleimporte gingen deutlich um 11,1 Prozent auf 221,7 Millionen Tonnen zurück. Ausschlaggebend war hier die gestiegene heimische Produktion, die in den ersten fünf Monaten des Jahres um sechs Prozent zulegte.
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Zur AktienanalyseDas Gesamtbild zeigt, dass China seine Importe zunehmend an den globalen Preisentwicklungen ausrichtet – besonders bei Rohstoffen, deren Lieferketten nicht vollständig in chinesischer Hand liegen.


