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China reduziert LNG-Importe 2025 deutlich

Schwache Industrie, volle Speicher und billiges Pipelinegas bremsen die Nachfrage aus.

China reduziert LNG-Importe 2025 deutlich

Chinas Importe von Flüssigerdgas (LNG) werden 2025 voraussichtlich spürbar zurückgehen. Prognosen von fünf Analysefirmen gehen davon aus, dass die Einfuhren zwischen 6 und 11 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen werden. Damit wäre es der erste Rückgang seit drei Jahren – eine ungewöhnliche Entwicklung für das Land, das weltweit die größte Menge an LNG importiert.

Im Jahr 2024 hatte China noch 76,65 Millionen Tonnen LNG eingeführt. Ursprünglich war ein neues Rekordhoch erwartet worden, da wirtschaftspolitische Maßnahmen Pekings einen Aufschwung der industriellen Nachfrage begünstigen sollten. Doch der Einbruch bei den Exporten durch US-Zölle und eine anhaltende Schwäche im Industrie- und Chemiesektor haben diesen Trend gedämpft. Laut Analyst Xiong Wei von Rystad Energy deutet auch der wiederholte Rückgang des Verbraucherpreisindex auf eine schwache Binnenkonjunktur hin.

Ein weiterer Faktor ist die milde Witterung, die zusammen mit einem Überangebot an heimischem Gas und Pipelineimporten zu einer sinkenden Nachfrage nach importiertem LNG geführt hat. Laut Daten der Zollbehörde belief sich das Importvolumen in den ersten vier Monaten 2025 nur noch auf 20 Millionen Tonnen – rund 9 Millionen Tonnen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Analyst Yuanda Wang von ICIS betont, dass selbst ein starker Anstieg in der zweiten Jahreshälfte diesen Rückstand kaum ausgleichen könne.

Berechnungen von Rystad zufolge wird der Gasverbrauch in der Industrie und der chemischen Produktion 2025 um etwa ein Prozent sinken. Üblicherweise wächst dieser Sektor jährlich um zehn bis fünfzehn Milliarden Kubikmeter. Der Rückgang gilt daher als temporäre Abweichung von einem sonst stabil wachsenden Markt. Ein vergleichbarer Einbruch hatte zuletzt 2022 stattgefunden, als Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie den Energiebedarf stark reduzierten.

Importseitig zeigen sich die Veränderungen deutlich bei den wichtigsten Lieferländern. So sanken die Einfuhren aus Australien, Malaysia und Russland im Zeitraum Januar bis April jeweils um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Australien, 2024 noch Chinas Hauptlieferant, exportierte in den ersten vier Monaten 2025 rund 6,38 Millionen Tonnen LNG nach China – ein Rückgang von 24 Prozent. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler betraf dieser Rückgang vor allem langfristige Lieferverträge, während Käufe auf dem Spotmarkt weitgehend konstant blieben.

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