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China senkt Stahlproduktion, Eisenerzimporte steigen

Trotz schwacher Baukonjunktur kaufen Werke weiter große Mengen Rohstoff

China senkt Stahlproduktion, Eisenerzimporte steigen

Chinas Stahlproduktion ist im August zum dritten Mal in Folge gesunken, während die Einfuhren von Eisenerz auf hohem Niveau blieben. Nach offiziellen Angaben belief sich die Stahlproduktion im vergangenen Monat auf 77,37 Millionen Tonnen. Das war der niedrigste Wert seit Dezember und lag 0,7 Prozent unter dem Vorjahreswert sowie 2,9 Prozent unter den 79,66 Millionen Tonnen aus dem Juli. In den ersten acht Monaten summierte sich die Produktion auf 671,81 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Im Gegensatz dazu blieb die Nachfrage nach Eisenerz robust. China, das rund drei Viertel des weltweit verschifften Eisenerzes kauft, importierte im August 105,23 Millionen Tonnen. Damit lagen die Einfuhren den dritten Monat in Folge über der Marke von 100 Millionen Tonnen. Prognosen des Analyseunternehmens Kpler zufolge könnten die Importe im September sogar auf 112,2 Millionen Tonnen steigen, was den höchsten Wert seit Dezember des Vorjahres darstellen würde.

Auch die Preise für Eisenerz zogen an. Die maßgeblichen Futures an der Börse in Singapur beendeten den Handel am Montag bei 105,50 Dollar pro Tonne. Das lag nur knapp unter dem Sechsmonatshoch von 106,75 Dollar, das am 9. September erreicht worden war. Seit dem Jahrestief am 1. Juli bei 93,35 Dollar haben die Preise damit um 13 Prozent zugelegt. Trotz rückläufiger Stahlnachfrage kaufen die Werke weiterhin große Mengen des Rohstoffs. Marktbeobachter führen dies auf die Hoffnung zurück, dass Pekings Maßnahmen zur Belebung der baunahen Branchen Wirkung zeigen.

Allerdings mehren sich die Zweifel, ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist. Die Preise für Neubauten gingen im August gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zurück und setzten damit den seit Mai 2023 andauernden Abwärtstrend fort. Zudem fielen die Baubeginne um 19,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit fehlen klare Signale für eine nachhaltige Erholung der Nachfrage im Bauwesen, einem wichtigen Abnehmer von Stahl.

Ein Teil des schwachen Ergebnisses im August wird auf Produktionsbeschränkungen zurückgeführt, die im Vorfeld der Militärparade in Peking zur Begrenzung der Luftverschmutzung eingeführt worden waren. Für September erwarten Beobachter dennoch eine gewisse Erholung der Stahlproduktion. Rechnerisch könnten in den verbleibenden vier Monaten des Jahres noch rund 328 Millionen Tonnen hergestellt werden, wenn die inoffizielle Zielmarke von einer Milliarde Tonnen nicht überschritten werden soll. Das entspräche einer durchschnittlichen Monatsproduktion von 82 Millionen Tonnen.

Auch die Lagerbestände spiegeln die Entwicklung wider. Die Bestände an Betonstahl stiegen bis zum 12. September auf 4,69 Millionen Tonnen, liegen damit aber noch unter den Spitzenwerten aus den Vorjahren. Die Vorräte an Eisenerz in chinesischen Häfen beliefen sich zuletzt auf 132,6 Millionen Tonnen, verglichen mit 149,4 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

ChinaStahlProduktion

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