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China verschärft Exportregeln für seltene Erden

Neue Beschränkungen treffen Chipindustrie und Rüstungssektor kurz vor Trump-Xi-Treffen

China verschärft Exportregeln für seltene Erden

China verschärft seine Exportkontrollen für seltene Erden deutlich und nimmt dabei vor allem Abnehmer aus der Halbleiter- und Verteidigungsindustrie ins Visier. Das Handelsministerium in Peking kündigte an, fünf weitere Elemente sowie eine Vielzahl von Raffinationstechnologien in die Liste der kontrollierten Güter aufzunehmen. Damit setzt die Volksrepublik ihre Strategie fort, die Kontrolle über einen zentralen Teil der globalen Technologielieferketten zu festigen. Die neuen Regelungen treten am 8. November in Kraft, kurz bevor ein 90-tägiger Waffenstillstand im Handelskonflikt mit den USA ausläuft.

Die Maßnahmen erfolgen wenige Wochen vor einem geplanten Treffen zwischen den Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping in Südkorea. Beobachter sehen darin ein mögliches Druckmittel Pekings in den anstehenden Gesprächen. China produziert mehr als 90 Prozent der weltweit verarbeiteten seltenen Erden, die in Hightech-Produkten wie Elektrofahrzeugen, Flugzeugtriebwerken oder militärischen Radarsystemen unverzichtbar sind. Künftig unterliegen nun zwölf dieser Elemente Exportbeschränkungen, nachdem neben Holmium, Erbium, Thulium, Europium und Ytterbium weitere Materialien in die Liste aufgenommen wurden.

Ausländische Unternehmen, die seltene Erden oder Magnete unter Verwendung chinesischer Materialien oder Geräte herstellen, müssen künftig eine chinesische Exportlizenz beantragen – auch wenn keine chinesischen Firmen an der jeweiligen Transaktion beteiligt sind. Dies gilt ebenso für Unternehmen, die mit Technologien arbeiten, die aus China stammen. Die Regelung ähnelt in ihrer Struktur den US-amerikanischen Exportbeschränkungen für Halbleiterprodukte, die auf China abzielen.

Unklar bleibt bislang, wie die chinesischen Behörden die neuen Vorschriften durchsetzen wollen, während westliche Staaten ihre Anstrengungen verstärken, alternative Lieferketten aufzubauen. Nach Angaben eines Analysten von Benchmark Mineral Intelligence steht die Weltwirtschaft damit vor einer Phase struktureller Trennung, in der China seine eigene Wertschöpfungskette lokalisiert und westliche Staaten ihre Abhängigkeit verringern. Gleichzeitig betonte das Ministerium in Peking, die Maßnahmen seien gezielt begrenzt und es werde Erleichterungen bei der Lizenzvergabe geben, um mögliche Lieferengpässe zu vermeiden.

Die Aktienkurse chinesischer Bergbau- und Rohstoffunternehmen reagierten mit deutlichen Kursgewinnen. Titel von China Northern Rare Earth Group, China Rare Earth Resources and Technology sowie Shenghe Resources stiegen um bis zu zehn Prozent. Auch US-amerikanische Produzenten wie Critical Metals Corp, Energy Fuels, MP Materials und USA Rare Earth legten im Handelsverlauf zu. Energy Fuels erklärte, man wolle die heimische Produktion ausbauen, während das Unternehmen NioCorp darauf hinwies, dass die chinesische Armee zunehmend Einfluss auf die Rohstoffpolitik des Landes nehme.

Besonders betroffen sind nun auch ausländische Verteidigungsunternehmen und Halbleiterhersteller. Für militärische Endnutzer werden künftig keine Exportlizenzen mehr erteilt. Genehmigungen im Bereich fortschrittlicher Chips sollen nur noch nach Einzelfallprüfung erfolgen. Betroffen sind Bauteile ab 14 Nanometern, Speicherchips mit 256 Schichten oder mehr sowie Ausrüstungen zur Herstellung solcher Chips und deren Forschung. Diese Komponenten kommen unter anderem in Smartphones, Hochleistungsprozessoren und Anwendungen künstlicher Intelligenz zum Einsatz, die auch militärisch genutzt werden können.

Südkorea, Heimat der Speicherchiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix, prüft derzeit die Auswirkungen der neuen Regelungen und will in Gesprächen mit China eine Abmilderung der Folgen erreichen. Samsung äußerte sich nicht zu den Vorgaben, während SK Hynix und der taiwanische Chipkonzern TSMC auf Anfragen zunächst nicht reagierten. TSMC-Aktien legten in Taipeh um 1,8 Prozent zu, nachdem das Unternehmen bessere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt hatte.

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