Chinas Energiewende zwischen Fortschritt und Widersprüchen
Trotz Rekordausbau erneuerbarer Energien setzt China weiter auf Kohlekraft

China hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Ausbau erneuerbarer Energien erreicht. Allein im Jahr 2024 plant das Land, neue Anlagen mit einer Kapazität von 260 Gigawatt zu installieren, was die Gesamtkapazität der Sonnen- und Windkraft bis Jahresende auf über 1300 Gigawatt erhöhen könnte. Dies wäre eine beachtliche Leistung und würde China ermöglichen, sein für 2030 gesetztes Ziel für den Ausbau erneuerbarer Energien sechs Jahre früher zu erreichen. Dieser rasante Fortschritt ist auch ein Grund dafür, dass Chinas CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung seit März rückläufig sind. Es wird spekuliert, dass das Land möglicherweise den CO2-Peak bereits erreicht hat, sieben Jahre früher als ursprünglich geplant.
Trotz dieser beeindruckenden Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien baut China gleichzeitig eine große Anzahl neuer Kohlekraftwerke. Es werden so viele neue Anlagen errichtet wie seit acht Jahren nicht mehr. Diese Entwicklung wirft Zweifel auf, wie ernst es der chinesischen Regierung mit der Energiewende ist, zumal derzeit noch immer zwei Drittel des Energiebedarfs durch Kohle gedeckt werden. Die geringe Auslastung der erneuerbaren Energien stellt eine weitere Herausforderung dar, da in einigen Regionen die Netzinfrastruktur nicht ausreicht, um die volatile Energie aufzunehmen.
Die Rolle Chinas im globalen Kampf gegen den Klimawandel ist von entscheidender Bedeutung. Länder wie Deutschland und internationale Organisationen wie die EU haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die globalen Klimaziele ohne Chinas Beitrag nicht erreicht werden können. China ist nicht nur der größte Emittent von Treibhausgasen, sondern auch der größte Produzent grüner Technologien. Trotz der Erfolge im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es jedoch auch Kritik. Besonders in westlichen Ländern wächst die Besorgnis über die Überkapazitäten der chinesischen Solar- und Windindustrie, die lokale Hersteller verdrängen könnten.
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Zur AktienanalyseDie Widersprüche in Chinas Energiepolitik spiegeln sich in den gegenläufigen Interessen des Landes wider. Obwohl die Regierung 2020 klare CO2-Ziele formuliert hat, hat die aktuelle wirtschaftliche Lage, insbesondere die Immobilienkrise, dazu geführt, dass das Wachstumsziel von rund fünf Prozent Vorrang hat. Dies hat auch Auswirkungen auf die Provinzen, die zunehmend auf Kohlekraft setzen, um die lokale Industrie zu unterstützen. Experten gehen dennoch davon aus, dass China den CO2-Peak vor 2030 erreichen könnte, warnen jedoch, dass das Emissionsmaximum höher ausfallen könnte als nötig.


