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Chinas Exporte steigen um 14 Prozent – Handelsbilanz auf Rekordhoch

Vor Trumps Peking-Besuch wächst Chinas Handelsüberschuss mit den USA auf 87,7 Milliarden Dollar – Exporte übertreffen alle Prognosen deutlich.

Chinas Exporte steigen um 14 Prozent – Handelsbilanz auf Rekordhoch

Chinas Exporte haben im April einen kräftigen Aufschwung verzeichnet und alle Erwartungen übertroffen. Auf US-Dollar-Basis stiegen die Ausfuhren im Jahresvergleich um 14,1 Prozent, wie Zolldaten vom Samstag zeigen. Damit übertrafen sie den Zuwachs von 2,5 Prozent im März sowie die von Ökonomen prognostizierten 7,9 Prozent deutlich. Auch die neuen Exportaufträge kletterten auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Gleichzeitig legten die Importe um 25,3 Prozent zu – nach einem Wachstum von 27,8 Prozent im März. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg von 15,2 Prozent erwartet. Das Ergebnis: Chinas Handelsüberschuss weitete sich im April auf 84,8 Milliarden Dollar aus, nach 51,13 Milliarden Dollar im März. Der Handelsüberschuss mit den USA ist in diesem Jahr bislang auf 87,7 Milliarden Dollar angewachsen.

Trumps Peking-Besuch rückt Handelsfrage in den Fokus

Diese Zahlen kommen zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. US-Präsident Donald Trump reist am 14. und 15. Mai zu einem Gipfeltreffen nach Peking, wo er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammentreffen wird. Erwartet wird eine Verlängerung des letztjährigen Handelsfriedens. Trump dürfte im Vorfeld der US-Zwischenwahlen im November auf Handelszugeständnisse aus Peking drängen – große Durchbrüche erwarten Unternehmensvertreter und Analysten jedoch nicht.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind durch Spannungen über den Handel, Taiwan und den Iran-Krieg belastet. Angesichts von US-Zöllen, die zeitweise in den dreistelligen Bereich stiegen, hatten chinesische Exporteure im vergangenen Jahr neue Märkte wie Südamerika erschlossen, indem sie niedrigere Preise anboten. China beendete das Jahr 2025 mit einem Rekordhandelsüberschuss von 1,2 Billionen Dollar.

KI-Boom und Halbleiterzyklus als Wachstumstreiber

Ökonomen beobachten derzeit genau, ob der KI-getriebene Produktionsboom die chinesischen Exporte weiter antreiben kann. Xing Zhaopeng, Senior China Strategist bei ANZ, erklärt: „Der Konflikt im Nahen Osten hat die Nachfrage nach der Wiederauffüllung globaler Fertigungsbestände angekurbelt, und im Zuge des Aufwärtszyklus bei Halbleitern blieben Importe und Exporte auf Wachstumskurs." Er ergänzt: „In diesem von KI getriebenen Fertigungszyklus gibt es noch Raum für Expansion, und es wird erwartet, dass die jährliche Exportwachstumsrate bei etwa 10 Prozent liegen wird."

Die allgemeine wirtschaftliche Dynamik Chinas war im ersten Quartal solide. Das BIP-Wachstum erreichte im Jahresvergleich 5 Prozent – am oberen Ende des Zielbereichs der Regierung für das Gesamtjahr. Dies verringert den Druck auf sofortige Konjunkturmaßnahmen.

Risiken durch steigende Energiepreise und schwachen Konsum

Trotz der starken Exportzahlen warnen Ökonomen vor wachsenden Risiken. Je länger der Nahostkonflikt andauert und die Energiepreise steigen, desto größer wird die Gefahr eines Nachlassens der Auslandsnachfrage. Der schleppende Inlandsverbrauch könnte diese Lücke dann nicht mehr schließen.

Die im vergangenen Monat veröffentlichten Industriedaten zeigten, dass die Einkaufspreise erhöht blieben – insbesondere für raffinierte Waren sowie Erdöl, Kohle und Chemikalien. Auch die Arbeitslosenquoten stiegen leicht an. Die Einzelhandelsumsätze als Gradmesser für den Konsum blieben weiterhin hinter der Industrieproduktion zurück – ein strukturelles Problem, das China seit Jahren begleitet und das auch international für Kritik sorgt. Handelspartner werfen Peking seit Langem vor, durch subventionsgestützte Billigproduktion unfaire Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

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