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Chinas Industrie wächst im Juli so langsam wie seit vier Monaten nicht

Der Caixin PMI fiel auf 50,9 Punkte – Produktion und Auftragseingänge schwächeln, Exportaufträge kehren zurück.

Chinas verarbeitendes Gewerbe hat im Juli das schwächste Wachstum seit vier Monaten verzeichnet. Der von S&P Global erhobene Caixin China General Manufacturing PMI fiel auf 50,9 Punkte, nach 51,7 im Juni. Analysten hatten einen Wert von 51,5 erwartet – die Enttäuschung fiel damit deutlich aus.

Die Marke von 50 Punkten ist die entscheidende Schwelle: Werte darüber signalisieren Wachstum, Werte darunter Kontraktion. Mit 50,9 bleibt China zwar im Wachstumsbereich, doch der Abwärtstrend ist unübersehbar.

Offizielle Daten zeigen noch deutlichere Schwäche

Bereits am Freitag hatte eine offizielle Umfrage ergeben, dass die chinesische Fabrikaktivität im Juli unerwartet in den Kontraktionsbereich abgerutscht ist. Diese Kombination aus schwachem privatem und negativem offiziellem PMI verstärkt die Sorgen über eine nachlassende Wachstumsdynamik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Als Hauptursachen gelten eine schwache Binnennachfrage und erhöhte Produktionskosten.

Die wirtschaftliche Lage Chinas steht damit erneut im Fokus internationaler Investoren. Das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal lag laut offiziellen Daten bei lediglich 4,3 Prozent – der niedrigste Wert seit mehr als drei Jahren. Damit wurde sogar das untere Ende des staatlichen Ganzjahresziels von 4,5 bis 5,0 Prozent verfehlt.

Details aus der Privatumfrage

Die Caixin-Umfrage liefert eine Reihe aufschlussreicher Einzeldaten:

  • Das Wachstum der Auftragseingänge verlangsamte sich auf das schwächste Tempo seit Januar
  • Neue Exportaufträge kehrten nach Rückgängen im Mai und Juni wieder ins Plus zurück – wenn auch nur geringfügig
  • Die Hersteller stellten den zweiten Monat in Folge Personal ein, mit dem höchsten Tempo seit August 2023
  • Die Lagerbestände an Vormaterialien stiegen den achten Monat in Folge – die längste derartige Serie seit 2006/2007
  • Die Auftragsbestände wuchsen den sechsten Monat in Folge, allerdings mit dem geringsten Tempo in diesem Zeitraum

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung bei den Einkaufsaktivitäten: Die Unternehmen drosselten ihre Beschaffung erstmals seit November 2025, offenbar als Reaktion auf die anhaltend hohen Lagerbestände.

Preisdruck lässt nach – Peking setzt auf Fiskalpolitik

Der Preisdruck in der chinesischen Industrie schwächt sich weiter ab. Die Inflation der Inputpreise verlangsamte sich auf ein Sechsmonatstief, während die Abgabepreise weitgehend stabil blieben. Die Unternehmen verzichteten auf Preiserhöhungen – ein Zeichen für den anhaltenden Wettbewerbsdruck und die gedämpfte Nachfrage.

Chinas politische Führung reagierte auf die Konjunkturschwäche bei einem Treffen Ende Juli mit dem Versprechen, die fiskalischen Ausgaben für bereits budgetierte Infrastrukturprojekte im restlichen Jahresverlauf zu beschleunigen. Umfangreiche neue Konjunkturpakete sind hingegen nicht geplant – ein Ansatz, der von Beobachtern als vergleichsweise zurückhaltend eingestuft wird.

Trotz der aktuellen Schwäche bleibt die Stimmung in den Unternehmen nicht vollständig getrübt: Die befragten Hersteller zeigten sich laut Umfrage weiterhin optimistisch hinsichtlich der Produktionsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten.

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