Chinas Rohöllager füllen sich im März deutlich
Importe aus Iran und Russland treiben Vorräte auf höchsten Stand seit drei Jahren

Chinas Rohölvorräte sind im März deutlich angestiegen und haben damit einen Trend der vorangegangenen Monate umgekehrt, in denen Bestände abgebaut wurden. Die Raffinerien des Landes verarbeiteten im März so viel Rohöl wie seit einem Jahr nicht mehr, doch die Menge des zu den Vorräten hinzugefügten Rohöls erreichte den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Nach Berechnungen auf Basis offizieller Daten belief sich der Überschuss an Rohöl auf 1,74 Millionen Barrel pro Tag, was den höchsten Wert seit Juni 2023 darstellt.
In den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 hatten chinesische Raffinerien aufgrund schwacher Importe und hoher Preise tatsächlich etwa 30.000 Barrel pro Tag mehr verarbeitet, als aus Importen und der heimischen Produktion verfügbar war. Im März hingegen stand ein Gesamtvolumen von 16,59 Millionen Barrel pro Tag zur Verfügung, zusammengesetzt aus 12,11 Millionen Barrel pro Tag an Importen und 4,48 Millionen Barrel pro Tag an inländischer Produktion. Diese Mengen übertrafen die Verarbeitungsmenge von 14,85 Millionen Barrel pro Tag deutlich, wodurch sich ein Überschuss ergab.
Die Rohölimporte legten im März gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent zu und erreichten damit den höchsten Stand seit August 2023. Die heimische Produktion verzeichnete ebenfalls einen Anstieg um 3,5 Prozent und erreichte das höchste Niveau seit mindestens Mitte 2011. Im ersten Quartal 2025 insgesamt war somit täglich 580.000 Barrel mehr Rohöl verfügbar, als tatsächlich verarbeitet wurde.
Ein wesentlicher Treiber für den Anstieg der Rohölimporte war eine Zunahme der Lieferungen aus Iran und Russland. Laut Schätzungen der Analysten von Kpler importierte China im März rund 1,71 Millionen Barrel pro Tag aus dem Iran, was einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber Februar entspricht und den höchsten Stand seit fünf Monaten markiert. Diese Entwicklung wurde durch Befürchtungen beflügelt, dass die Vereinigten Staaten neue Maßnahmen gegen iranische Öllieferungen ergreifen könnten.
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Zur AktienanalyseAuch die Importe aus Russland erholten sich, da chinesische Raffinerien auf den Einsatz nicht sanktionierter Tanker auswichen, um Sanktionen zu umgehen, die von dem ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden kurz vor seiner Amtsübergabe an Donald Trump verhängt worden waren. Der Anstieg der Rohölimporte erfolgte zudem in einem Umfeld sinkender globaler Ölpreise. Der Brent-Preis fiel von einem Höchststand von 82,63 Dollar Mitte Januar auf unter 70 Dollar Anfang März. Chinas Raffinerien neigen dazu, ihre Käufe zu erhöhen, wenn die Preise fallen, und diese zu reduzieren, wenn die Preise steigen.


