Chinas Zentralbank kauft Staatsanleihen im Wert von 7,4 Milliarden Dollar
Die People's Bank of China erwarb im Juli netto 50 Milliarden Yuan an Staatsanleihen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vormonat.

Die chinesische Zentralbank hat im Juli ihre Käufe von Staatsanleihen deutlich ausgeweitet. Die People's Bank of China (PBoC) erwarb im Rahmen von Offenmarktgeschäften Staatsanleihen im Nettowert von 50 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 7,4 Milliarden US-Dollar. Das teilte die Notenbank am Dienstag offiziell mit.
Damit steigerte die PBoC ihre Nettokäufe erheblich: Im Juni hatte die Zentralbank lediglich Anleihen im Wert von 10 Milliarden Yuan netto erworben. Der Anstieg im Juli entspricht damit einer Verfünffachung des Kaufvolumens innerhalb eines Monats – ein deutliches Signal für eine aktivere Steuerung der Liquidität am chinesischen Anleihemarkt.
Keine Mittel über Spitzenrefinanzierungsfazilität bereitgestellt
Im selben Monat stellte die Zentralbank keinerlei Mittel über ihre Spitzenrefinanzierungsfazilität bereit. Dieses Instrument dient normalerweise dazu, Geschäftsbanken kurzfristig mit Liquidität zu versorgen. Der Verzicht darauf im Juli zeigt, dass die PBoC andere geldpolitische Kanäle bevorzugte.
Auch im Bereich der sogenannten Pledged Supplementary Lending (PSL) – auf Deutsch: besicherte Ergänzungskredite – wickelte die Bank im Juli keine neuen Geschäfte ab. Dieses Instrument wird in China häufig eingesetzt, um gezielt bestimmte Wirtschaftsbereiche, etwa den Wohnungsbau oder Infrastrukturprojekte, mit günstiger Liquidität zu versorgen. Die auslaufenden PSL-Bestände führten im Juli zu einem Nettoabzug von 116,1 Milliarden Yuan aus dem Finanzsystem.
Strukturpolitische Instrumente als wichtiger Ausgleich
Um den Liquiditätsentzug durch die PSL-Rückflüsse zumindest teilweise zu kompensieren, griff die PBoC auf andere strukturpolitische geldpolitische Instrumente zurück. Über diese Kanäle injizierte die Zentralbank im Juli netto 174,4 Milliarden Yuan in das Finanzsystem. Damit überstieg die Liquiditätszufuhr über strukturpolitische Instrumente den PSL-bedingten Abzug deutlich.
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Zur AktienanalyseOffenmarktgeschäfte sind ein zentrales Werkzeug moderner Zentralbanken. Dabei kauft oder verkauft die Notenbank Wertpapiere – in diesem Fall Staatsanleihen – am offenen Markt, um die Geldmenge und das Zinsniveau zu steuern. Käufe erhöhen die Liquidität im Bankensystem, Verkäufe entziehen ihr Mittel. Die PBoC nutzt dieses Instrument zunehmend aktiv, um die wirtschaftliche Entwicklung Chinas zu begleiten.
Für internationale Investoren und Beobachter sind die monatlichen Offenmarktoperationen der PBoC ein wichtiger Indikator für die geldpolitische Ausrichtung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die deutliche Ausweitung der Anleihekäufe im Juli dürfte daher in den Finanzmärkten aufmerksam registriert werden.


