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Chinas Zollbefreiungen für Afrika treiben Yuan-Nutzung voran

Wachsender Handel und Zollabbau stärken Pekings Ambitionen, den Yuan als globale Währungsalternative zu etablieren.

Chinas Zollbefreiungen für Afrika treiben Yuan-Nutzung voran

NAIROBI – Der Handel zwischen China und Afrika wächst rasant und verändert dabei auch die Währungslandschaft des Kontinents. Im vergangenen Jahr stieg das Handelsvolumen um fast 18 Prozent, wie chinesische Zolldaten belegen. Gleichzeitig hob Peking im Mai die Zölle auf Importe aus 53 afrikanischen Ländern auf – ein Schritt, der die Warenströme und die Abrechnung in chinesischen Yuan weiter ankurbeln dürfte.

Untersuchungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestätigen: Je stärker ein Land wirtschaftlich mit China verflochten ist, desto mehr nimmt die Nutzung des Yuan zu. Peking kündigte zudem neue Maßnahmen zur Förderung der globalen Nutzung seiner Währung an. Von nigerianischen Rinderknochenpellets über kenianisches Avocadoöl bis hin zu südafrikanischen Äpfeln – chinesische Häfen empfangen nach der Zollbefreiung deutlich mehr afrikanische Fracht.

Banken bauen Yuan-Infrastruktur aus

Die südafrikanische Standard Bank war im November als erste afrikanische Geschäftsbank dem chinesischen grenzüberschreitenden Interbanken-Zahlungssystem CIPS beigetreten. In den ersten vier Monaten wickelte sie bereits 500 Millionen US-Dollar über das System ab. „Die Transaktionen, die wir gesehen haben, wurden primär durch Import- und Exportaktivitäten zwischen China und Afrika getrieben", sagte Ives Yang, Leiter des Vertriebs im Transactional Banking der Standard Bank CIB. Das Institut arbeite daran, CIPS in weiteren Ländern einzuführen.

Auch Standard Chartered Kenya hat begonnen, auf Yuan lautende Akkreditive auszustellen. Diese ermöglichen es kenianischen Kunden, Rabatte zu sichern, indem sie die Kosten für die Dollar-Konvertierung vermeiden. „Wir sehen sie als komplementär an", sagte Birju Sanghrajka, CEO von Standard Chartered Kenya, mit Blick auf das Verhältnis von Yuan und US-Dollar. Er betonte, kaum Anzeichen dafür zu sehen, dass der Yuan den Dollar verdrängen könnte.

Die in Togo ansässige Ecobank, die in 34 afrikanischen Ländern tätig ist, und die Bank of China arbeiten daran, noch in diesem Jahr ein Abrechnungsprodukt zwischen Yuan und lokalen Währungen einzuführen. „China baut seine eigenen Zahlungs- und Abrechnungsschienen auf, die Transaktionen fast augenblicklich ermöglichen könnten", sagte Ecobank-CEO Jeremy Awori.

Schuldenumwandlung und wachsende Abhängigkeit

Chinas Rolle als größter bilateraler Gläubiger für Länder wie Senegal, Äthiopien und Kenia fördert die Yuan-Einführung zusätzlich. Kenia wandelte im vergangenen Jahr drei chinesische Eisenbahnbaukredite von US-Dollar in Yuan um und senkte damit die jährlichen Zinskosten um rund 215 Millionen US-Dollar. Sambia erklärte Ende 2025, Bergbau-Royalties und Steuern von chinesischen Firmen künftig in Yuan zu akzeptieren, um seine Devisenreserven zu stärken und den Schuldendienst gegenüber China zu erleichtern.

Die African Export-Import Bank, die im vergangenen Jahr eine Vereinbarung zur Anbindung an CIPS unterzeichnet hat, gibt an, dass China mittlerweile 20 Prozent des Außenhandels des afrikanischen Kontinents ausmacht – verglichen mit lediglich 5 Prozent vor zwei Jahrzehnten. Dieser Bedeutungszuwachs spiegelt sich auch in den chinesischen Handelsdaten wider: Chinas auf Yuan lautende Importe und Exporte sprangen im April im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 4,38 Billionen Yuan (rund 647 Milliarden US-Dollar).

Kenias Avocado-Boom als Sinnbild des Wandels

Der Trend ist besonders anschaulich in Kenia zu beobachten, wo die Avocado-Exporte nach China von 10 bis 20 Containern pro Woche im Jahr 2022 auf rund 200 Container gestiegen sind. Bis 2030 wird ein Volumen von 1.000 Containern prognostiziert – was den Lieferungen in den langjährigen Hauptmarkt Europa entspräche. Thiku Shah, Geschäftsführer des Verpackungsunternehmens Sunripe, prognostiziert, dass China Europa zwischen 2030 und 2035 als wichtigsten Absatzmarkt überholen könnte.

Für Unternehmer wie den chinesischen Staatsbürger Qu Ming, Eigentümer des in Kenia ansässigen Avocadoöl-Verarbeiters Sanmark Limited mit 50 Mitarbeitern, wäre ein Wechsel zu Yuan-Zahlungen ein klarer Vorteil. „Es wird uns wegen des Wechselkurses helfen", sagte Qu, und verwies darauf, dass auch Kredite angesichts niedrigerer Yuan-Zinssätze günstiger werden könnten.

Banker betonen dennoch, dass der Wechsel zum Yuan eher das Handelswachstum widerspiegelt als eine direkte Herausforderung für den Dollar darstellt. „Ein Teil der Probleme, die wir derzeit weltweit sehen, ist die Frage, wie die Dominanz des Dollars verringert werden kann", sagte Muda Yusuf, CEO des Centre for the Promotion of Private Enterprise in Nigeria. China und Länder wie Russland treiben Zahlungskanäle voran, die den US-Dollar umgehen – was bereits Warnungen von US-Präsident Donald Trump gegen eine Abkehr vom Greenback nach sich zog.

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