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Chinesische Exporteure trotzen US-Zöllen mit neuen Märkten

Trotz Trumps Zolldrohungen zeigen sich chinesische Exporteure gelassen – dank starker Lieferketten und globaler Marktdiversifizierung.

Chinesische Exporteure trotzen US-Zöllen mit neuen Märkten

Chinesische Exporteure blicken dem bevorstehenden Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking mit bemerkenswerter Gelassenheit entgegen. „Ob er kommt, um zu verhandeln oder um den Kampf anzusagen, stellt für uns keine größere Bedrohung dar", sagt Yu Yangxian, Verkäuferin eines chinesischen Unternehmens, das elektrische Schließfächer und Verkaufsautomaten in die USA exportiert. Diese Haltung spiegelt eine weit verbreitete Stimmung unter chinesischen Herstellern wider, die sich nach einem turbulenten Jahr 2025 zunehmend widerstandsfähig zeigen.

Yus Unternehmen hat das Jahr 2025 – in dem die US-Zölle auf chinesische Waren kurzzeitig auf dreistellige Werte stiegen – mit weitgehend intaktem US-Kundenstamm überstanden. Die Strategie: Zusätzliche Kosten werden teilweise an US-Verbraucher weitergegeben, gleichzeitig erschließt das Unternehmen neue Märkte in Europa, Südamerika, Südostasien und Afrika. „Chinas Lieferketten und die Produktqualität sind stark", betont Yu.

Rekordhandelsüberschuss trotz sinkender US-Exporte

China beendete das Jahr 2025 mit einem Rekordhandelsüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar – ein Volumen, das der gesamten niederländischen Wirtschaftsleistung entspricht. Während die chinesischen Exporte in die Vereinigten Staaten um 20% einbrachen, wuchsen sie in andere Regionen deutlich: um 25,8% nach Afrika, um 13,4% nach Südostasien, um 7,4% nach Lateinamerika und um 8,4% in die Europäische Union. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, wie konsequent Peking die Diversifizierung seiner Handelsbeziehungen vorantreibt.

Als zentrales Druckmittel gegenüber Washington setzt Peking auf Exportkontrollen für Seltene Erden. Diese Rohstoffe sind für die Halbleiter- und Verteidigungsindustrie unverzichtbar und werden fast ausschließlich von China produziert. „Die Sache mit den Seltenen Erden ist wirklich der ultimative Trumpf", sagt Cameron Johnson, Senior Partner beim Lieferketten-Beratungsunternehmen Tidalwave Solutions. Darüber hinaus könnte Peking laut Johnson auch Lieferungen von Arzneimitteln, Industriemaschinen oder Transformatoren drosseln, die die USA für den Ausbau ihres Stromnetzes benötigen.

Druck zur Produktionsverlagerung lässt nach

Mit dem Rückgang der Zölle als dominierendem Konfliktthema schwindet auch der Druck auf chinesische Hersteller, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Jonathan Chitayat, Asien-Chef des Auftragsherstellers Genimex Group, hatte während Trumps erster Amtszeit bereits neue Lieferanten in Vietnam, Thailand, Indien und Indonesien aufgebaut. Dennoch befinden sich nach wie vor 75% seines Netzwerks von 500 Zulieferern in China. Viele Firmen gaben ihre Verlagerungspläne auf, nachdem die USA die Zölle auf China-Importe senkten, während sie andernorts stiegen.

„Wir haben alle gelernt, keine drastischen Maßnahmen zu ergreifen", sagt Chitayat. „Jeder, der abgewartet hat, fühlt sich jetzt ziemlich gut damit." Auch Mike Sagan, Vizepräsident für Beschaffung beim Rollstuhl- und Mobilitätshersteller Pride Mobility Products, bestätigt diesen Trend: Die Lieferkette seines Unternehmens ist weiterhin zu 70% bis 80% von China abhängig. „Derisiking und Diversifizierung werden nicht verschwinden, aber es muss nicht mehr so überstürzt sein", so Sagan. „Die Panik hat nachgelassen."

Langfristig sieht Berater Johnson Peking im Vorteil: Chinas industrielle Breite biete einen strukturellen Vorsprung, falls der Handelskonflikt weiter eskaliere. Die nationale Strategie der Selbstversorgung, mit der China nahezu vollständige inländische Lieferketten über alle Branchen hinweg aufgebaut hat, erweise sich als tragfähiges Fundament – unabhängig davon, wie die Verhandlungen mit Washington verlaufen.

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