Chinesische Firma investiert in venezolanische Ölfelder
CCRC plant Milliardenprojekt mit 20-jährigem Vertrag und bis zu 500 Bohrungen

Ein privates chinesisches Unternehmen investiert erstmals in großem Stil in die venezolanische Ölproduktion. Die China Concord Resources Corp (CCRC) hat mit der Entwicklung zweier Ölfelder im Westen Venezuelas begonnen und plant dafür Ausgaben von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Ziel ist es, die Förderung bis Ende 2026 auf 60.000 Barrel Rohöl pro Tag zu steigern, wie ein direkt an dem Projekt beteiligter Manager erklärte. Der Schritt ist bemerkenswert, da internationale Sanktionen gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro bislang große Investoren weitgehend ferngehalten haben.
Die beiden Ölfelder, Lago Cinco und Lagunillas Lago, liegen im Gebiet des Maracaibo-Sees, der zweitwichtigsten Förderregion Venezuelas. Sie wurden in den vergangenen Jahren kaum genutzt, da es an Kapital und technischer Unterstützung fehlte. Seit dem vergangenen Herbst sind rund 60 chinesische Fachkräfte vor Ort, begleitet von einem Bohrgerät aus China. Ihr Auftrag ist es, etwa 100 bestehende Quellen wieder in Betrieb zu nehmen und die Förderleistung schrittweise auszubauen. Derzeit beträgt die Produktion nach Angaben des Managers rund 12.000 Barrel pro Tag.
Die Grundlage für das Vorhaben bildet ein im Mai 2024 unterzeichneter Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Dieses Modell wurde von der venezolanischen Regierung im Jahr 2020 eingeführt, um trotz US-Sanktionen Investoren anzuziehen. Es erlaubt Unternehmen, als Betreiber zu agieren und im Gegenzug einen festgelegten Anteil an der Förderung zu erhalten. PDVSA, die staatliche Ölgesellschaft, sowie das venezolanische Ölministerium haben sich zu dem Projekt bislang nicht geäußert.
CCRC will langfristig bis zu 500 Quellen erschließen. Geplant ist, das leichtere Rohöl an PDVSA zu liefern, während schwerere Sorten nach China exportiert werden sollen. Peking gilt seit Jahren als wichtiger Partner Venezuelas und nimmt nach Angaben von Branchenkennern über 90 Prozent der Ölexporte des südamerikanischen Landes ab. Schon unter dem früheren Präsidenten Hugo Chávez war China einer der größten Kreditgeber und Investoren in der venezolanischen Ölindustrie.
Bis 2019 gehörte auch der staatliche chinesische Konzern CNPC zu den bedeutendsten Akteuren im venezolanischen Energiesektor. Nach den von den USA verhängten Sanktionen zogen sich jedoch die meisten großen chinesischen Unternehmen zurück. Seither dominieren unabhängige Raffinerien in China den Handel mit venezolanischem Öl, oft über Zwischenhändler. Laut Angaben des beteiligten Managers eröffnen die Restriktionen für kleinere Unternehmen wie CCRC Chancen, die großen internationalen Energiekonzernen verschlossen bleiben.
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Zur AktienanalyseDerzeit liegt die Gesamtförderung Venezuelas bei rund einer Million Barrel pro Tag. PDVSA hat es geschafft, die Produktion zu stabilisieren, auch weil einige ausländische Partner mit Ausnahmegenehmigungen der US-Regierung weiterarbeiten dürfen. In diesem Umfeld stellt das Engagement von CCRC eine der wenigen größeren Neuinvestitionen in der angeschlagenen Ölindustrie des Landes dar.


