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Chinesische Ölkonzerne drängen verstärkt nach Irak

Kleinere Firmen profitieren von Profitverträgen und verdrängen westliche Wettbewerber aus Schlüsselprojekten

Chinesische Ölkonzerne drängen verstärkt nach Irak

Chinas unabhängige Ölunternehmen drängen verstärkt auf den irakischen Markt und investieren Milliardenbeträge in das OPEC-Mitglied, während sich internationale Ölkonzerne wie ExxonMobil und Shell teilweise zurückziehen. Während der Markt bisher von großen staatlichen chinesischen Firmen dominiert wurde, stoßen nun kleinere, meist privat geführte Gesellschaften hinzu, die auf lukrativere Vertragsmodelle setzen. Nach Einschätzung von Unternehmensvertretern könnten diese Firmen ihre tägliche Fördermenge im Irak bis 2030 auf 500.000 Barrel verdoppeln.

Der irakische Energiemarkt erlebt derzeit eine Phase des Umbruchs. Um die heimische Ölproduktion bis 2029 auf über sechs Millionen Barrel pro Tag zu steigern, setzt die Regierung in Bagdad zunehmend auf chinesische Firmen – auch auf kleinere und flexiblere Anbieter. Diese sind oft von ehemaligen Führungskräften der großen Staatsunternehmen wie CNPC und Sinopec geleitet und sehen im Irak eine Gelegenheit, ihre Expertise und kosteneffiziente Projektentwicklung in einem stabiler werdenden Umfeld einzusetzen.

Im vergangenen Jahr erhielten Firmen wie Geo-Jade Petroleum, United Energy Group, Zhongman Petroleum und Anton Oilfield Services Group die Hälfte der vergebenen Explorationslizenzen im Irak. Sie profitieren vom Wechsel des Landes zu profitbasierten Verträgen, die im Vergleich zu den früheren Fixvergütungen größere Anreize bieten. Ein Konsortium unter Führung von Geo-Jade investiert unter anderem in das Tuba-Ölfeld im Süden des Landes und plant zusätzlich eine Raffinerie mit einer Kapazität von 200.000 Barrel pro Tag.

Der Vorteil der chinesischen Independents liegt in ihrer höheren Risikobereitschaft, geringeren Verwaltungskosten und der Fähigkeit, Projekte in zwei bis drei Jahren umzusetzen – deutlich schneller als westliche Konzerne, deren Entwicklungszeit oft fünf bis zehn Jahre beträgt. Darüber hinaus bieten sie attraktive Finanzierungsmöglichkeiten und nutzen günstige Arbeitskräfte und Ausrüstung aus China. Die Kosten für Bohrungen in großen irakischen Feldern konnten durch sie nahezu halbiert werden.

Doch diese Entwicklung hat auch Schattenseiten. Kritiker wie der frühere Betriebsleiter der Basra Oil Company, Muwafaq Abbas, äußern Bedenken hinsichtlich der technischen Standards und der Transparenz. Chinesische Unternehmen werden dafür kritisiert, irakische Arbeitskräfte oft nur in schlecht bezahlten Positionen einzusetzen und Schlüsselrollen mit eigenem Personal zu besetzen. Währenddessen kehren auch westliche Konzerne zurück: TotalEnergies kündigte ein 27-Milliarden-Dollar-Projekt an, und BP plant Investitionen in Höhe von bis zu 25 Milliarden Dollar in die Felder rund um Kirkuk.

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