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Chinesische Sicherheits-App wird viraler Hit: 200 Mio. Singles

Eine chinesische App namens Sileme ("Bist du tot?") erobert die App-Charts im Sturm. Das Sicherheitstool für Alleinlebende erreichte Platz zwei in Apples Bezahl-Ranking und trifft den Nerv von Millionen Singles.

Chinesische Sicherheits-App wird viraler Hit: 200 Mio. Singles

Eine ungewöhnlich benannte chinesische App sorgt derzeit für Aufsehen in den sozialen Medien: Sileme, was übersetzt "Bist du tot?" bedeutet, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem viralen Hit entwickelt. Die Anwendung richtet sich speziell an Menschen, die allein leben – von Studenten über Büroangestellte bis hin zu allen, die einen "solitären Lebensstil" wählen.

Das Konzept ist ebenso simpel wie effektiv: Nutzer müssen einen Notfallkontakt einrichten. Meldet sich der Anwender mehrere Tage nicht in der App, werden automatisch Benachrichtigungen an die hinterlegte Person verschickt. Ein Sicherheitsnetz für den Ernstfall, das in China offenbar einen Nerv trifft.

Massiver Markt für Singles in China

Die Zahlen sprechen für sich: China könnte laut der Staatszeitung Global Times bis zu 200 Millionen Einpersonenhaushalte aufweisen. Die Rate der Alleinlebenden übersteigt bereits 30 Prozent – ein gesellschaftlicher Trend, der neue Bedürfnisse schafft.

Das dreiköpfige Gründerteam, alle nach 1995 geboren, beschreibt sich selbst als "unbekanntes kleines Team", das die App unabhängig betreibt. Der unerwartete Erfolg zwang die Entwickler zum Handeln: Am Sonntag führten sie ein Bezahlmodell von acht Yuan (etwa 1,15 US-Dollar) ein, um die steigenden Kosten zu decken.

Umbenennung sorgt für Kontroversen

Am Dienstag kündigte das Unternehmen auf seinem offiziellen Weibo-Kanal eine Umbenennung an. In der kommenden Version soll die App global als "Demumu" vermarktet werden – ein Name, unter dem sie bereits im Apple App Store geführt wird. Dort belegt sie derzeit Platz zwei der kostenpflichtigen Apps, nachdem sie Anfang der Woche kurzzeitig die Spitzenposition erreicht hatte.

Die Namensänderung stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. Internetnutzer auf Social-Media-Plattformen wie Weibo fordern das Team auf, beim Original zu bleiben. Alternative Vorschläge wie "Bist du am Leben", "Bist du online" oder "Bist du da" kursieren in den Kommentarspalten.

Zwischen Tabu und Pragmatismus

"Vielleicht können einige konservative Menschen es nicht akzeptieren", kommentierte ein Nutzer die provokante Namensgebung. Doch für viele überwiegt der praktische Nutzen: "Es wird uns Unverheirateten ermöglichen, unser Leben mit mehr Gelassenheit zu verbringen."

Die App spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel in China wider, wo traditionelle Familienstrukturen zunehmend durch individualisierte Lebensformen ergänzt werden. Was in westlichen Ländern bereits länger Realität ist, gewinnt nun auch in China an Bedeutung – inklusive der damit verbundenen Sicherheitsbedürfnisse.

Der Preis für die App liegt im Apple App Store bei acht Hongkong-Dollar (etwa 1 Euro). Ob sich der virale Erfolg langfristig halten lässt, wird sich zeigen. Der Bedarf scheint jedenfalls vorhanden zu sein.

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