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Chinesische Stahlfirmen umgehen Zölle mit Billet-Exporten

Wachsender Absatz halbfertiger Produkte löst Kritik und Steuerpläne in Peking aus

Chinesische Stahlfirmen umgehen Zölle mit Billet-Exporten

Chinesische Stahlhersteller umgehen zunehmend internationale Handelsbarrieren, indem sie ihre Exporte auf sogenannte „Steel Billets“ verlagern – halbfertige Stahlblöcke, die im Gegensatz zu Fertigprodukten in vielen Ländern keinen Zöllen unterliegen. Dieser Strategiewechsel ermöglicht es den Produzenten, trotz globaler Schutzmaßnahmen weiterhin große Mengen Stahl ins Ausland zu liefern. Laut offiziellen Zolldaten haben sich die Ausfuhren von Billets im Zeitraum von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht und erreichten mit 4,72 Millionen Tonnen ein Rekordniveau. Das entspricht knapp zehn Prozent aller Stahlexporte in diesem Zeitraum.

Insbesondere Märkte wie Indonesien, die Türkei, Saudi-Arabien, Italien und die Philippinen haben sich als Hauptabnehmer etabliert. Zwar erheben einige dieser Länder Zölle auf fertige Stahlprodukte, nicht jedoch auf Billets, was den Export in diese Regionen besonders attraktiv macht. Auch Länder wie Vietnam und Südkorea, die im Zuge wachsender protektionistischer Tendenzen Zölle auf chinesischen Stahl verhängt haben, führen bislang keine Abgaben auf Billets ein. Diese Praxis erlaubt es chinesischen Exporteuren, Märkte zu bedienen, auf denen fertiger Stahl mit Handelsbarrieren belegt ist.

Ein zusätzlicher Aspekt ist der sogenannte Transithandel. Dabei wird das chinesische Vormaterial etwa in südostasiatischen Ländern weiterverarbeitet und anschließend in Märkte wie Europa oder die Vereinigten Staaten exportiert. Diese Vorgehensweise hat sich zuletzt jedoch verteuert, unter anderem durch Importzölle in Höhe von 50 Prozent, die unter der Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump eingeführt wurden.

Hintergrund des steigenden Exportdrucks ist eine schwächelnde Binnenkonjunktur in China. Die lahmende Bauwirtschaft absorbiert derzeit nicht die riesigen Mengen an Stahl, die das Land produziert. Trotz Diskussionen über Produktionskürzungen bleibt die Ausfuhr daher ein zentrales Ventil für chinesische Stahlwerke. Experten gehen davon aus, dass die Unternehmen jede sich bietende Möglichkeit nutzen, um ihre Ware profitabel im Ausland zu verkaufen.

Die jüngste Entwicklung ruft inzwischen auch die staatlich gestützte China Iron and Steel Association (CISA) auf den Plan. Die Organisation warnt vor einem Übermaß an minderwertigen Exporten und spricht sich dafür aus, den Fokus stärker auf hochwertige Stahlprodukte zu legen. In lokalen Medienberichten wurde zuletzt über eine Empfehlung der CISA an die Regierung berichtet, die Ausfuhren von Billets einzuschränken. Interne Quellen zufolge erwägt Peking nun die Einführung einer speziellen Ausfuhrsteuer auf diese Produkte, über deren Höhe allerdings noch keine Entscheidung gefallen ist.

ChinaStahlExport

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