ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Chip-Aktien unter Druck: Anleger flüchten in Software-Titel

Sorgen um Tech-Ausgaben und Chinas KI-Aufholjagd belasten Halbleiterwerte – Software-Aktien profitieren vom Umschwung.

Chip-Aktien unter Druck: Anleger flüchten in Software-Titel

Anleger haben erneut massiv Chip- und Speicheraktien abgestoßen. Auslöser waren Bedenken über ausufernde Ausgaben der großen Technologiekonzerne sowie Anzeichen, dass China im globalen KI-Wettbewerb aufholt. Die Verkaufswelle traf besonders asiatische Märkte hart: Der südkoreanische Kospi-Index brach um 10% ein, der japanische Nikkei verlor 4%.

Auch an der Wall Street blieben Halbleiterwerte nicht verschont. Der PHLX-Halbleiterindex, das wichtigste Barometer für die Chip-Branche in den USA, sank um 4,5%. Besonders stark traf es die Speicherhersteller: Sandisk verlor weitere 14%, Micron büßte 8,9% ein. Die Verkäufe setzen damit einen bereits laufenden Trend fort und verdeutlichen die wachsende Nervosität der Investoren gegenüber dem Halbleitersektor.

Software-Aktien als Gewinner des Tages

Während Chip-Titel litten, erholten sich Software-Aktien spürbar. Workday legte im Nasdaq Composite um 8,2% zu, Thomson Reuters gewann 5,7%. Beide Unternehmen waren zu Jahresbeginn unter Druck geraten, weil Anleger befürchteten, Künstliche Intelligenz könnte ihre Geschäftsmodelle gefährden. Nun scheint eine Neubewertung stattzufinden.

Die Gewinne im Software-Segment reichten jedoch nicht aus, um den gesamten Nasdaq zu stützen. Der technologielastige Index schloss mit einem Minus von 0,2%. Der breite S&P 500 legte dagegen leicht um 0,2% zu.

Dow Jones profitiert von starken Quartalszahlen

Deutlich besser lief es für den Dow Jones Industrial Average. Der Index gewann 1% oder 537 Punkte, getragen von starken Quartalsergebnissen zweier seiner Komponenten. Farbenhersteller Sherwin-Williams stieg um rund 8%, Getränkeriese Coca-Cola legte etwa 5% zu. Beide Unternehmen überzeugten Anleger mit soliden Geschäftszahlen und sorgten so für eine positive Stimmung im klassischen Industrieindex.

Der Ölpreis setzte derweil seinen Abwärtstrend fort. US-Rohöl der Sorte WTI fiel den dritten Handelstag in Folge und rutschte unter die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel. Als Grund gilt die anhaltende Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Zudem arbeiten der Iran und Oman an einem Abkommen zur Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus, was die Ölversorgungsängste weiter dämpft.

Visa streicht 2.600 Stellen wegen KI

Für Aufsehen sorgte auch eine Stellenabbau-Ankündigung von Visa. Der Zahlungsdienstleister will rund 2.600 Stellen streichen, was etwa 7% der gesamten Belegschaft entspricht. Betroffen sind vor allem die Technologie- und Produktteams. Als Begründung nannte Visa den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Effizienzsteigerung.

Visa reiht sich damit in eine wachsende Liste von Großunternehmen ein, die KI als Rechtfertigung für Stellenabbau anführen. Intuit, Cisco und Meta Platforms haben in den vergangenen Monaten ebenfalls Entlassungen unter Verweis auf KI-bedingte Effizienzgewinne angekündigt. Für den Arbeitsmarkt im Technologiesektor zeichnet sich damit ein struktureller Wandel ab, der Anleger und Arbeitnehmer gleichermaßen beschäftigt.

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