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Chipfabrik im Saarland vorerst auf Eis gelegt

Verschiebung wegen schwacher Nachfrage und Problemen bei US-Partner Wolfspeed

Chipfabrik im Saarland vorerst auf Eis gelegt

Das US-Unternehmen Wolfspeed hat den Bau einer geplanten Chipfabrik im Saarland auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies gab die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bekannt. Ursprünglich sollte die Fabrik in Ensdorf errichtet werden, doch aufgrund der aktuellen Marktlage und Verzögerungen wurde das Vorhaben vorerst gestoppt. Dennoch sei das Projekt nicht endgültig aufgegeben, sondern lediglich auf unbestimmte Zeit verschoben. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete bereits am Vortag von den geänderten Plänen, und das „Handelsblatt“ meldete, dass sich der Autozulieferer ZF aus dem Projekt zurückgezogen habe. ZF, bisheriger Partner von Wolfspeed, befindet sich in einer Krise und plant den Abbau von bis zu 14.000 Stellen.

Das Vorhaben von Wolfspeed war nicht das erste Großprojekt, das ins Stocken gerät. Erst im September hatte der US-Konzern Intel angekündigt, den Bau einer Chipfabrik in Magdeburg um zwei Jahre zu verschieben. Intel, das bereits zuvor mit finanziellen Verlusten zu kämpfen hatte, sah sich gezwungen, ein Sparprogramm einzuleiten. Beide Projekte wurden von der Bundesregierung mit erheblichen Subventionen unterstützt, was den Rückzug der amerikanischen Unternehmen zu einem Rückschlag für die deutsche Industriepolitik macht. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte das Projekt von Wolfspeed als die größte ausländische Direktinvestition in Deutschland bezeichnet, doch die hohen staatlichen Förderungen waren stark umstritten.

Die Pläne für die Chipfabrik im Saarland waren im Februar 2023 öffentlich vorgestellt worden. Wolfspeed wollte rund 2,7 Milliarden Euro investieren, und ZF plante, 170 Millionen Euro beizusteuern. Der Staat hätte das Vorhaben mit einer halben Milliarde Euro unterstützt, was zur Schaffung von etwa 600 Arbeitsplätzen geführt hätte. Die Halbleiterproduktion war insbesondere für den Einsatz in Elektroautos vorgesehen, unter anderem für die Ladeelektronik. Allerdings hatte sich der Absatz von Elektrofahrzeugen zuletzt abgeschwächt, was als einer der Gründe für die Verzögerung des Projekts genannt wurde.

Zusätzlich kämpft Wolfspeed mit hohen Verlusten und technischen Problemen in seinen bestehenden Werken. Das Unternehmen steht auch bei anderen Großprojekten in den USA vor Herausforderungen. Ob der Autozulieferer ZF zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Projekt einsteigen wird, bleibt unklar und hängt von den weiteren Entwicklungen ab.

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