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Christian Lindner wird Konzernchef beim Automobilhändler Autoland AG

Der frühere Bundesfinanzminister und FDP-Chef übernimmt die Führung des größten markenunabhängigen Automobilhandelskonzerns Deutschlands.

Christian Lindner wird Konzernchef beim Automobilhändler Autoland AG

Christian Lindner steigt beim Automobilhandelskonzern Autoland AG ganz nach oben auf. Der ehemalige Bundesfinanzminister und FDP-Vorsitzende soll innerhalb des kommenden Jahres Vorstandsvorsitzender des Unternehmens werden. Das bestätigte Unternehmensgründer Wilfried Wilhelm Anclam in einem Podcast des Branchenmagazins „Autohaus".

„Das Unternehmen muss in die Hände des Managements. Und der erste Management-Leader ist Herr Lindner. Er wird der Konzernchef werden", sagte Anclam, der gemeinsam mit Lindner für den Podcast befragt wurde. Beide seien bereits „mitten in der Übergabe", so der Gründer. Zum genauen Zeitpunkt äußerte er sich konkret: „Das wird innerhalb des nächsten Jahres passieren."

Lindner seit Jahresbeginn im Unternehmen aktiv

Lindner war bereits zu Jahresbeginn als Vertriebsvorstand in die Autoland AG eingetreten. Der 47-Jährige hat seitdem offenbar rasch Verantwortung übernommen: Laut Anclam liegen die gesamten Vertriebsstrukturen des Konzerns bereits in seinen Händen. Anclam würdigte ausdrücklich die bisherige Zusammenarbeit mit dem Politiker-turned-Manager.

Der Gründer selbst plant, dem Unternehmen auch nach der Übergabe erhalten zu bleiben. Er wolle weiterhin an entscheidenden Stellen mitwirken, kündigte Anclam an. Ein vollständiger Rückzug ist demnach nicht geplant.

Autoland AG: Milliardenumsatz und ambitionierte Wachstumsziele

Die Autoland AG bezeichnet sich selbst als den größten markenunabhängigen Automobilhandelskonzern Deutschlands. Das Unternehmen mit Firmensitz in Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt betreibt 37 Standorte und ist zusätzlich im Online-Handel aktiv. Vertrieben werden Neu- und Gebrauchtwagen aller Marken.

Die Zahlen des jüngst veröffentlichten Jahresabschlusses können sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von über einer Milliarde Euro einen operativen Gewinn von knapp 100 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt die Autoland AG weiteres Wachstum an — angestrebt werden ein Umsatz von 1,2 Milliarden Euro sowie der Verkauf von 68.000 Fahrzeugen.

Für Privatanleger ist die Autoland AG als nicht börsennotiertes Unternehmen zwar nicht direkt investierbar. Der Wechsel Lindners vom politischen Parkett in die Unternehmenswelt zeigt jedoch, wie gefragte Netzwerke und wirtschaftspolitische Expertise auch im deutschen Mittelstand zunehmend als strategischer Vorteil gesehen werden. Der Automobilhandel steht angesichts des Wandels hin zur Elektromobilität und veränderter Kaufgewohnheiten vor großen Herausforderungen — ein erfahrener Netzwerker an der Spitze könnte dabei durchaus ein Trumpf sein.

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