Chrysler Building in New York vor Eigentümerwechsel
Insolvenz und Zahlungsrückstände gefährden Pachtvertrag der ikonischen Immobilie

Die Insolvenz des österreichischen Immobilienentwicklers René Benko wirkt sich auch auf den New Yorker Immobilienmarkt aus. Gemeinsam mit dem Immobilieninvestor Aby Rosen von RFR übernahm Benko 2019 die Pacht des bekannten Chrysler Buildings in Manhattan. Die Pandemie, der Trend zur Heimarbeit und gestiegene Zinsen haben die geplanten Renovierungsarbeiten jedoch stark beeinträchtigt. Benko meldete im März Insolvenz an.
Seit Mai wurden keine Pachtzahlungen für das Chrysler Building geleistet, wie die Cooper Union, die Universität, der das Grundstück gehört, bekanntgab. Das Grundstück, auf dem der ikonische Wolkenkratzer steht, wurde für 150 Millionen Dollar an Benko und Rosen verpachtet. Die ausstehenden Zahlungen belaufen sich auf insgesamt 21 Millionen Dollar, so die Universität. Ursprünglich planten die Investoren eine weitere Investition in Höhe von 150 Millionen Dollar für Renovierungsarbeiten. Doch nun droht der Eigentümerwechsel: Bereits am kommenden Freitag will die Universität das Chrysler Building zurück in ihren Besitz nehmen, wie Finanzchef John Ruth dem „Wall Street Journal“ mitteilte, das die Entwicklungen zuerst veröffentlichte. Ein Rechtsstreit soll den Verlust des Gebäudes durch RFR in letzter Minute verhindern, jedoch ist unklar, ob dieser Versuch erfolgreich sein wird. Beide Seiten, sowohl die Cooper Union als auch RFR, waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Ruth Colp-Haber, Immobilienmaklerin bei Wharton Properties und spezialisiert auf Büroimmobilien, glaubt, dass das Chrysler Building als einer der bekanntesten Wolkenkratzer der Welt sicherlich auf Interesse anderer Investoren stoßen wird. Das Gebäude, das 1930 fertiggestellt wurde und einst das höchste der Welt war, weist jedoch erhebliche Herausforderungen auf. „So alte Gebäude muss man praktisch ständig renovieren“, betont Colp-Haber. Zudem sei die Nachfrage nach Büroräumen in New York weiterhin gering. Die Kosten für Renovierungsarbeiten seien erheblich gestiegen, und die Umwandlung in Wohnraum, ähnlich dem derzeitigen Projekt am Flatiron Building, einem weiteren ikonischen Bauwerk in New York, sei ebenfalls sehr teuer.
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Zur AktienanalyseDer Büromarkt in New York ist nach Ansicht von Colp-Haber zweigeteilt. Während die Leerstandsquote insbesondere bei älteren Gebäuden hoch ist, hat die Nachfrage nach modernen Büros, ausgestattet mit neuen Lüftungsanlagen und moderner Einrichtung, nach der Pandemie deutlich zugenommen. Diese Entwicklung stellt ältere Gebäude wie das Chrysler Building vor zusätzliche Herausforderungen, da Renovierungsarbeiten kostspielig und zeitaufwendig sind, um den modernen Ansprüchen gerecht zu werden.

