Citadel erzielt besten Monat seit Jahren dank Situational-Awareness-Deal
Ken Griffins Hedgefonds profitiert massiv vom Kauf notleidender KI-Aktien und erzielt historische Monatsrenditen im Juli 2026.

Ken Griffins Citadel hat im Juli 2026 außergewöhnliche Gewinne in seinen wichtigsten Hedgefonds erzielt. Ausschlaggebend waren laut einer mit der Performance vertrauten Person zwei Faktoren: eine breite Erholung bei Risikoanlagen sowie der vergünstigte Erwerb von Vermögenswerten aus dem Zusammenbruch des Hedgefonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner.
Der Flaggschiff-Multistrategie-Fonds Wellington – der größte Fonds des Unternehmens – erzielte im Juli eine Rendite von 5,9 Prozent. Das ist die beste monatliche Performance seit 2022 und hebt die Jahresrendite 2026 auf 12 Prozent. Noch beeindruckender schnitten zwei weitere Fonds ab: Der Tactical Trading Fund legte im Juli um 11,1 Prozent zu und liegt im bisherigen Jahresverlauf mit 27 Prozent im Plus. Der Equities Fund stieg sogar um 14,2 Prozent und kommt damit auf eine Jahresrendite von ebenfalls 27 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Sowohl der Tactical Fund als auch der Equities Fund verzeichneten ihren jeweils besten Monat in der gesamten Unternehmensgeschichte. Die Quelle bat aufgrund der Vertraulichkeit der Performance-Kennzahlen darum, nicht namentlich genannt zu werden.
Citadel kauft Positionen mit erheblichem Abschlag
Ein wesentlicher Treiber dieser Rekordgewinne war der Erwerb des Aktienportfolios von Situational Awareness. Der Hedgefonds, gegründet vom ehemaligen OpenAI-Forscher Leopold Aschenbrenner, war Ende Juli in eine rasche Abwärtsspirale geraten. Herbe Verluste lösten Nachschussforderungen – sogenannte Margin Calls – und erzwungene Notverkäufe aus.
Situational Awareness hatte beträchtliche Positionen in KI-Infrastrukturunternehmen aufgebaut und gleichzeitig gegen Softwareaktien gewettet. Diese Strategie ging nach hinten los, als Softwaretitel zulegten und Hardwarewerte aus dem KI-Sektor einbrachen. Mehrere Prime Broker des Fonds bemühten sich um einen geordneten Abbau der Positionen, während Situational Awareness versuchte, den Margin-Anforderungen nachzukommen.
Citadel erwies sich als einer der größten Käufer des Portfolios und erwarb viele der Positionen mit einem erheblichen Abschlag. Das Unternehmen positionierte sich damit gezielt, um von der Markterholung gegen Monatsende zu profitieren. Aktien wie Nebius und Micron, die sich im Besitz von Aschenbrenners Fonds befanden, erholten sich in den letzten Julitagen nach einem schwierigen Monat deutlich.
Marktbereinigung durch Zwangsliquidation
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Zur AktienanalyseViele Marktteilnehmer bezeichneten den Beinahe-Zusammenbruch von Situational Awareness und die anschließende Rettungsaktion durch Citadel als ein sogenanntes „Clearing Event" – ein bereinigendes Ereignis. Dieses veranlasste Leerverkäufer dazu, Gewinne mitzunehmen, was die Erholung der betroffenen Aktien zusätzlich begünstigte.
Citadel verwaltete zum 1. Juli ein Vermögen von rund 71 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit Phasen von Marktverwerfungen wiederholt dazu genutzt, Kapital gezielt in notleidende Vermögenswerte oder Situationen mit Verkaufszwang zu investieren. Der Juli 2026 liefert dafür ein eindrucksvolles Beispiel: Aus einer der umfangreichsten Zwangsliquidationen des Jahres machte Citadel einen historischen Gewinnmonat.


