Citi empfiehlt: Euro-Rallys bei FOMC-Sitzung verkaufen
Die Citibank rät, mögliche Euro-Stärke rund um die erste Fed-Sitzung unter Vorsitzendem Kevin Warsh zum Verkauf zu nutzen.

Die Citibank erwartet von der dieswöchigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) keine so restriktive Überraschung, dass der US-Dollar aus seiner zwölfmonatigen Handelsspanne ausbricht. Es ist die erste Sitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der die Nachfolge von Jerome Powell angetreten hat. Die Markterwartungen tendieren bereits zu einer restriktiven Erklärung und einer Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP).
Konkret rechnet Citi damit, dass die sogenannte Lockerungstendenz (Easing Bias) aus der Erklärung gestrichen wird. Zudem dürfte die Kern-PCE-Prognose nach oben korrigiert und der Median der „Dots" – also der Zinsprojektionen der Fed-Mitglieder – für 2026 auf „keine Änderung" verschoben werden. „Wir könnten sogar sehen, dass sich ein oder zwei Punkte in Richtung einer Zinserhöhung bewegen, aber das ist eher ein Risiko als das Basisszenario", schrieb Citi.
Da diese Anpassungen am Markt bereits weitgehend eingepreist sind, erwartet die Bank keine signifikante Reaktion am Devisenmarkt. Die entscheidende Unbekannte bleibt laut Citi das, was Warsh auf der anschließenden Pressekonferenz sagen wird.
Warsh und die Forward Guidance im Fokus
Besonders im Blick steht Warshs Haltung zur aktuellen Markteinpreisung, die Zinserhöhungen von rund 18 Basispunkten bis zum Jahresende widerspiegelt – wobei die erste vollständige Erhöhung für März 2027 eingepreist ist. Das Basisszenario der Citi sieht vor, dass Warsh auf seine bekannte Vorliebe für weniger „Forward Guidance" setzt und „vage Antworten" auf diese Einpreisungen gibt.
Zusätzlich verweist Citi auf ein potenzielles Abkommen zwischen den USA und dem Iran als weiteren Faktor. Ein solches Abkommen könnte der Fed Spielraum geben, inflationsbedingte Überraschungen bei Rohstoffen und Energie zu ignorieren. Da Long-Positionen im US-Dollar bereits aufgelöst wurden und der DXY-Index nahe seinem fairen Wert liegt, „könnte es Grenzen für reflexartige Verkäufe des US-Dollars geben", so die Bank.
In Kombination mit einer neutralen Botschaft von Warsh und dem erfolgreichen großen Börsengang der vergangenen Woche könnte dieser Mix laut Citi dazu führen, „dass sich das Risiko stabilisiert und eine Rally einsetzt". Im Devisenbereich erwartet die Bank daraufhin eine Wiederaufnahme von Carry Trades – bevorzugt finanziert über den Euro und den kanadischen Dollar (CAD).
EUR/USD: Kurzfristig Short, mittelfristig Richtung 1,14
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Zur AktienanalyseKurzfristig bevorzugt Citi es, jede Schwäche des US-Dollars im Umfeld der FOMC-Sitzung zu nutzen, um Short-Positionen in EUR/USD aufzustocken. Als besonders relevante Widerstandszone nennt die Bank den Bereich 1,1660 bis 1,1680 – ein Niveau, an dem der gleitende 200-Tage-Durchschnitt und weitere historisch bedeutsame technische Punkte zusammenlaufen.
Mittelfristig rechnet Citi weiterhin mit einer Bewegung von EUR/USD in Richtung 1,14, mit dem Potenzial für ein Unterschreiten aufgrund relativer Wachstumsdifferenzen zwischen den USA und der Eurozone. Zunächst seien jedoch deutlichere Anzeichen dafür erforderlich, dass die globalen Renditen am kurzen Ende ihren Höhepunkt erreicht haben und die geopolitischen Sorgen nachlassen.
Für deutsche Anleger und Devisenhändler ist die Botschaft von Citi damit klar: Kurzfristige Euro-Stärke rund um die FOMC-Sitzung sollte als Verkaufsgelegenheit genutzt werden, während der mittelfristige Ausblick auf einen schwächeren Euro gegenüber dem US-Dollar hindeutet.


