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Citi erwartet Bank of Japan Zinserhöhung wegen Yen-Schwäche

Die US-Bank Citi prognostiziert für nächste Woche eine Anhebung des japanischen Leitzinses um 25 Basispunkte.

Citi erwartet Bank of Japan Zinserhöhung wegen Yen-Schwäche

Die US-Großbank Citi erwartet, dass die Bank of Japan (BoJ) auf ihrer Sitzung in der nächsten Woche den Leitzins um 25 Basispunkte anheben wird. Das Institut nannte am Dienstag zwei zentrale Gründe für diese Einschätzung. Zum einen ist der USD/JPY-Wechselkurs erneut über die Marke von 160 Yen pro US-Dollar gestiegen. Zum anderen könnte das externe Umfeld den Yen weiter unter Abwertungsdruck setzen.

Ein weiterer Faktor, der für eine Zinserhöhung spricht, ist die veränderte Stimmung innerhalb des BoJ-Rats. Bei der Sitzung im April stimmten noch drei Ratsmitglieder gegen eine Erhöhung. Seither haben jedoch mehrere Mitglieder, darunter BoJ-Gouverneur Ueda persönlich, ihre grundsätzliche Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisiert. Citi beobachtet dabei das Abstimmungsverhalten von Ratsmitglied Asada besonders aufmerksam.

Langfristiger Zinsausblick bis 2027

Citi geht davon aus, dass die Bank of Japan ihren Straffungskurs in einem moderaten Tempo fortsetzen wird. Konkret rechnet das Institut mit Zinserhöhungen im Rhythmus von einmal alle sechs Monate. Als Endzins prognostiziert Citi ein Niveau von 1,5 Prozent, das im Juni 2027 erreicht werden soll.

Die aktuelle Markteinpreisung bewertet Citi als fair. Das Institut erwartet zudem nicht, dass etwaige Entscheidungen zur quantitativen Straffung – also dem Abbau der aufgeblähten BoJ-Bilanz durch den Verkauf von Anleihen – wesentliche Auswirkungen auf die Marktbewertung haben werden. Quantitative Tightening bezeichnet dabei die Umkehr der jahrelangen ultralockeren Geldpolitik, bei der die BoJ massiv Wertpapiere aufgekauft hatte.

Hintergrund: Japans langer Weg aus der Nullzinspolitik

Japan hat jahrzehntelang eine Nullzins- oder sogar Negativzinspolitik verfolgt, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Die anhaltende Schwäche des Yen gegenüber dem US-Dollar stellt die Notenbank jedoch vor ein Dilemma: Ein schwacher Yen verteuert Importe und befeuert die Inflation, was den Druck auf die BoJ erhöht, die Zinsen anzuheben. Die erneute Überschreitung der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen je Dollar verstärkt diesen Handlungsdruck nun erneut.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Japan aus mehreren Gründen relevant. Japanische Staatsanleihen und der Yen-Kurs beeinflussen globale Kapitalströme. Steigende Zinsen in Japan könnten dazu führen, dass japanische Investoren Kapital aus dem Ausland abziehen und in heimische Anleihen umschichten – ein Effekt, der auch europäische Märkte berühren kann. Die Entscheidung der BoJ in der kommenden Woche wird daher von Marktteilnehmern weltweit genau verfolgt werden.

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