Citi erwartet Zinssenkungen in Ungarn nach verlangsamter Inflation
Ungarns Inflation sank im Juni auf 1,7% – Citi rechnet mit baldiger geldpolitischer Lockerung auf mindestens 4,75%.

Ungarns jährliche Inflationsrate ist im Juni auf 1,7% gesunken, nach 1,8% im Mai. Damit liegt der Wert leicht unter den Marktprognosen von 1,8%, wobei die Abweichung laut Analysten primär auf Rundungseffekte zurückzuführen ist. Der monatliche Preiszuwachs entsprach hingegen den Erwartungen.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der Kerninflation: Auf Basis eines gleitenden Dreimonatsdurchschnitts der annualisierten Daten liegt die Dynamik bei lediglich 1,2%. Das deutet auf eine anhaltend moderate Preisentwicklung im Kernbereich der ungarischen Wirtschaft hin.
Auch im Dienstleistungssektor zeigt sich eine gedämpfte Preisdynamik. Der monatliche Zuwachs lag auf saisonal nicht bereinigter Basis bei nur 0,3% – ein Wert, der moderater ausfiel als von Analysten erwartet worden war.
Inflationsziel der Zentralbank weiterhin erfüllt
Die ungarische Zentralbank verfolgt ein Inflationsziel von 3%, mit einem Toleranzbereich von plus oder minus einem Prozentpunkt. Die aktuellen Inflationskennzahlen liegen über verschiedene Metriken hinweg stabil innerhalb dieses Zielbandes – ein Umstand, der der Notenbank geldpolitischen Spielraum verschafft.
Vor diesem Hintergrund erwartet die US-Großbank Citi eine baldige Lockerung der Geldpolitik in Ungarn. „Wir erwarten weiterhin eine vorgezogene geldpolitische Lockerung, wobei der Leitzins in den nächsten neun Monaten auf mindestens 4,75% sinken wird", erklärte Citi in einer aktuellen Einschätzung.
Bedeutung für Anleger und den ungarischen Markt
Für deutsche Privatanleger, die in osteuropäische Märkte investiert sind oder dies planen, sind diese Entwicklungen relevant. Sinkende Leitzinsen in Ungarn könnten die Attraktivität ungarischer Staatsanleihen beeinflussen und gleichzeitig Impulse für den heimischen Aktienmarkt setzen. Niedrigere Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und können die Konjunktur ankurbeln.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseUngarn gehört zu den Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa, die nach einer Phase erhöhter Inflation zuletzt eine deutliche Entspannung bei den Verbraucherpreisen erlebt haben. Die Inflationsrate von 1,7% liegt nun klar unterhalb des Zentralbankziels von 3%, was den Weg für weitere geldpolitische Lockerungsschritte ebnet.
Die Entwicklung in Ungarn steht exemplarisch für einen breiteren Trend in der Region: Mehrere mittel- und osteuropäische Zentralbanken befinden sich in einem Zinssenkungszyklus, nachdem die Inflationswelle der vergangenen Jahre abgeebbt ist. Citis Prognose eines Leitzinses von mindestens 4,75% innerhalb der nächsten neun Monate gibt Investoren einen konkreten Orientierungsrahmen für ihre Erwartungen an die ungarische Geldpolitik.


