Citi: USD/JPY bleibt trotz Zinsdifferenz-Verschiebung in enger Spanne
Die Citibank erwartet den Dollar-Yen-Kurs weiterhin zwischen 158 und 160 – trotz erfüllter Bedingungen für eine langfristige Trendwende.

Investing.com – Die Citibank rechnet damit, dass der Wechselkurs zwischen US-Dollar und japanischem Yen kurzfristig in einer engen Handelsspanne zwischen 158 und 160 Yen pro Dollar verharren wird. Dies geht aus einer aktuellen Research-Note der Bank hervor. Obwohl die Voraussetzungen für eine langfristige Trendwende bereits erfüllt seien, verhinderten andere Faktoren eine nachhaltige Yen-Erholung.
Laut Citi ist die entscheidende Bedingung für einen Wendepunkt im langfristigen USD/JPY-Trend – nämlich die Verengung der Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan – bereits gegeben. Eigentlich würde dies einen Übergang von einem Aufwärts- zu einem Abwärtstrend beim Währungspaar begünstigen. Doch dieser Wendepunkt wurde in den vergangenen Monaten durch einen anderen Faktor blockiert.
Japanische Aktienmärkte bremsen Yen-Erholung
Der sogenannte „Risk-on"-Druck auf den Yen – ausgelöst durch historisch starke Gewinne japanischer Aktien – hat eine Erholung der japanischen Währung verhindert. Wenn Anleger risikofreudig sind und in Aktien investieren, neigen sie dazu, den als sicheren Hafen geltenden Yen zu verkaufen. Citi warnt, dass eine anhaltende Stärke der Aktienmärkte eine Yen-Erholung weiterhin behindern könnte – selbst wenn ein möglicher Waffenstillstand im Iran den Anstieg der Ölpreise stoppen sollte.
Auch die Geldpolitik der Bank of Japan spielt eine wichtige Rolle. Citi erwartet, dass die japanische Zentralbank ihren Leitzins in der kommenden Woche unverändert lassen wird. Eine ausbleibende Zinserhöhung in Japan würde die Zinsdifferenz zum US-Dollar vorerst aufrechterhalten und damit den Druck auf den Yen nicht wesentlich mindern.
Interventionsrisiko bei 160 Yen pro Dollar
Ein zentrales Thema für Devisenmarktteilnehmer ist die Frage nach möglichen Interventionen der japanischen Behörden. Sollte das Währungspaar USD/JPY die psychologisch wichtige Marke von 160 Yen pro Dollar überschreiten, rechnet Citi mit Interventionen zum Kauf des Yen. Solche Maßnahmen würden den Kurs voraussichtlich wieder auf etwa 155 Yen pro Dollar drücken.
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Zur AktienanalyseDie Bank betrachtet dieses Niveau von rund 155 Yen pro Dollar als das maximale kurzfristige Abwärtspotenzial für das Währungspaar. Das bedeutet: Selbst im optimistischsten Szenario für den Yen dürfte der Kurs kurzfristig nicht deutlich unter diese Marke fallen.
Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Japan-Exposure ist die Entwicklung des Yen von erheblicher Bedeutung. Ein schwacher Yen verbilligt japanische Exporte und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Konzerne auf dem Weltmarkt – hat aber gleichzeitig Auswirkungen auf die Renditen von Investments in Japan, wenn diese in Euro oder Dollar umgerechnet werden. Die enge Handelsspanne, die Citi prognostiziert, deutet auf ein Marktumfeld hin, in dem weder Bullen noch Bären beim Yen die Oberhand gewinnen.

