Citigroup: US-ETF-Vermögen verdoppelt sich bis 2030 auf 25 Billionen Dollar
Die Citigroup hebt ihre Prognose für die US-ETF-Branche deutlich an – aktive ETFs sollen dabei das Wachstum maßgeblich antreiben.

Die US-amerikanische ETF-Branche steht laut einer aktuellen Prognose der Citigroup vor einem massiven Wachstumsschub. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AUM) der in den USA börsennotierten ETFs soll sich bis 2030 auf 25 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln – ausgehend von rund 10,4 Billionen Dollar, die die Branche im März 2025 verwaltete. Damit hebt die Citigroup ihre eigene frühere Schätzung von 19 Billionen Dollar für 2030 deutlich nach oben.
Noch ambitionierter fällt der Ausblick auf das Jahr 2035 aus: Citi erwartet nun mehr als 40 Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen – gegenüber der früheren Prognose von 29 Billionen Dollar. Das Wall-Street-Brokerhaus begründet die Anhebung mit einer Reihe struktureller Wachstumstreiber, die die Branche in den kommenden Jahren prägen dürften.
„Obwohl diese Prognosen optimistischer sind als unsere vorherigen Schätzungen, deutet dies dennoch darauf hin, dass sich ETFs in einer reiferen Phase des AUM-Wachstums befinden werden, da die Treiber Mittelzuflüsse (organisch) und Performance (anorganisch) ausgewogener sein werden als in den vergangenen zehn Jahren", erklärte Citi in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Aktive ETFs als zentraler Wachstumstreiber
Ein Großteil des prognostizierten Wachstums soll laut Citigroup durch aktive ETFs getrieben werden. Diese Produkte gehören bereits heute zu den am schnellsten wachsenden Segmenten des ETF-Marktes. Im Gegensatz zu passiven ETFs, die einen Index lediglich nachbilden, verfolgen aktive ETFs flexible Anlagestrategien mit dem Ziel, eine Benchmark zu übertreffen oder ein bestimmtes Anlageergebnis zu erzielen. Gleichzeitig punkten sie mit vergleichsweise geringen Kosten.
„Unser Basisszenario geht davon aus, dass sich der Marktanteil aktiver ETFs am verwalteten Vermögen innerhalb von zehn Jahren verdoppeln wird, da diese Produkte einen größeren Anteil an den Mittelzuflüssen der Branche gewinnen", so Citi. Die Investitionen in aktive ETFs sollen dabei jene ihrer passiven Pendants sogar übertreffen.
Als weitere Wachstumsfaktoren nennt die Citigroup Produktinnovationen, erleichterte Regulierungen für ETF-Auflegungen sowie die Einführung anspruchsvollerer Anlagestrategien. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach flexiblen und steuereffizienten Investmentlösungen – ein Aspekt, der besonders für institutionelle und vermögende Privatanleger relevant ist.
Starke Mittelzuflüsse unterstreichen den Trend
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Zur AktienanalyseDie aktuellen Zuflüsse belegen die Dynamik der Branche eindrucksvoll. ETFs auf US-Aktien verzeichneten im bisherigen Jahresverlauf Mittelzuflüsse von mehr als 75,8 Milliarden Dollar – und das aufbauend auf Zuflüssen von über 1,1 Billionen Dollar in den vergangenen zwei Jahren, wie Daten des Finanzdienstleisters LSEG Lipper zeigen.
Insgesamt verzeichneten in den USA ansässige ETFs im laufenden Jahr bislang Mittelzuflüsse von mehr als 435 Milliarden Dollar, ebenfalls laut LSEG-Lipper-Daten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der ETF-Markt trotz seines bereits beeindruckenden Volumens weiterhin erhebliche Wachstumskräfte freisetzt.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung des US-ETF-Marktes von besonderer Bedeutung, da viele hierzulande populäre ETF-Produkte – etwa auf den S&P 500 oder den MSCI World – eng mit dem amerikanischen Markt verknüpft sind. Die wachsende Vielfalt aktiver ETFs könnte mittelfristig auch das europäische Angebot bereichern und neue Investmentmöglichkeiten eröffnen.

