Claus Weselsky verabschiedet sich von der GDL-Spitze
Ein prägender Gewerkschaftsführer, der mit Härte und Humor agierte, tritt in den Ruhestand

Claus Weselsky, der langjährige Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), tritt in den Ruhestand. Weselsky, der sich in den vergangenen 16 Jahren einen Ruf als harter und unbeirrbarer Gewerkschaftsführer erarbeitet hat, wird die Leitung der GDL nach dem heute beginnenden Gewerkschaftstag niederlegen. Während seiner Amtszeit hat er sich durch seine unverblümten Aussagen und seine kompromisslose Haltung bei Tarifverhandlungen hervorgetan. Besonders bei Streiks geriet er oft ins Kreuzfeuer der Kritik von Fahrgästen, Politikern und Wirtschaftsvertretern. Doch trotz der häufigen Anfeindungen blieb Weselsky stets seiner Linie treu und führte die GDL mit einer klaren, oft strikten Richtung.
Innerhalb der Gewerkschaft war Weselsky eine dominante Figur, die den Kurs der GDL maßgeblich prägte. Die Organisation war stark auf seine Person zugeschnitten, und er trat fast ausschließlich selbst vor die Kameras, während seine Stellvertreter, darunter auch sein designierter Nachfolger Mario Reiß, meist nur im Hintergrund blieben. Dies führte intern immer wieder zu Kritik, die ihm „einsame Entscheidungen“ vorwarf. Dennoch genoss Weselsky das Vertrauen vieler Mitglieder, die sich auf sein Verhandlungsgeschick verließen. Bei der letzten Tarifrunde etwa war der Tenor unter den Mitgliedern, dass „Clausi-Mausi“ die Sache schon richten werde. Seine tiefe Verwurzelung in der Arbeiterklasse und seine Erfahrung als ehemaliger Lokführer und Schlosser verliehen ihm zusätzliches Gewicht in den Verhandlungen.
Obwohl Weselsky als Gewerkschaftsführer oft mit scharfen Worten auffiel, zeigte er abseits der öffentlichen Bühne auch eine andere Seite. Im privaten Rahmen trat er nahbar, freundlich und sogar humorvoll auf. Er konnte stundenlang erzählen, beispielsweise über seine Ferienwohnung im Spreewald, wo er plant, seinen Ruhestand zu verbringen. Als CDU-Mitglied passte er jedoch nur bedingt in das Bild eines linken Popstars der Arbeiterklasse, was ihn in der politischen Landschaft schwer einzuordnen machte.
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Zur AktienanalyseWeselskys Abschied markiert das Ende einer Ära in der GDL, die stark von seiner Persönlichkeit geprägt war. Mit seinem Rückzug tritt ein Gewerkschaftsführer ab, der wie kaum ein anderer das Bild der GDL in der Öffentlichkeit geformt hat. Die Zukunft der Gewerkschaft wird nun in den Händen seines Nachfolgers Mario Reiß liegen, der sich jedoch vorerst mit dem Erbe seines Vorgängers auseinandersetzen muss.


