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CME-Chef Duffy warnt vor systemischen Risiken durch Krypto-Perps

Terry Duffy, CEO der CME Group, bezeichnet die CFTC-Zulassung von Perpetual Futures als „Katastrophe mit Ansage" für das Finanzsystem.

CME-Chef Duffy warnt vor systemischen Risiken durch Krypto-Perps

Terry Duffy, CEO der CME Group, hat am Donnerstag scharfe Kritik an der US-Aufsichtsbehörde CFTC geübt. Auf der von Piper Sandler veranstalteten Global Exchange & Fintech-Konferenz warnte er, dass die Zulassung von unbefristeten Kryptowährungs-Futures – sogenannten Perpetual Futures oder kurz „Perps" – systemische Risiken für das gesamte Finanzsystem schaffe. „Das ist eine Katastrophe mit Ansage", sagte Duffy unmissverständlich.

Duffy kritisierte zudem das Genehmigungsverfahren der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) als überhastet. Nach seiner Einschätzung habe die Behörde eine traditionelle „vollständige Prüfung" für ein Instrument umgangen, das als „neuartig und komplex" eingestuft wurde. „Ich glaube, der Markt wurde durch den Spekulationsmarkt verdrängt, und das liegt in niemandes Interesse", so Duffy weiter.

Was sind Perpetual Futures?

Perpetual Futures sind börsennotierte Derivate ohne Verfallsdatum. Händler können damit Positionen auf unbestimmte Zeit halten, ohne Kontrakte verlängern zu müssen. Besonders charakteristisch ist die hohe Hebelwirkung dieser Produkte – oft bis zu 50 zu 1. Das bedeutet: Anleger können ihr Engagement bei Marktbewegungen massiv verstärken, tragen dabei aber auch ein entsprechend hohes Verlustrisiko.

Duffy warnte explizit, dass dieser extreme Hebel in Kombination mit den in der Kryptobranche verbreiteten automatischen Liquidationsmodellen eine erhebliche Bedrohung für Privatanleger darstellt. Viele Anleger würden die zehrenden Auswirkungen der Finanzierungskosten auf ihre Positionen möglicherweise nicht vollständig verstehen – ein Risiko, das Duffy als besonders gefährlich einstuft.

Coinbase und Kalshi preschen vor

Auslöser der Debatte ist eine Entscheidung der CFTC aus dem vergangenen Monat. Die Kryptobörse Coinbase und die Prognosemarktplattform Kalshi kündigten daraufhin an, unbefristete Krypto-Futures einzuführen. Damit sind solche Instrumente erstmals für US-Anleger über inländische, regulierte Börsen verfügbar – ein Novum auf dem amerikanischen Markt.

Die CFTC hat erklärt, dass sie die Produkte von Fall zu Fall genehmigen werde. Ein Sprecher der Behörde reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Die Ankündigung hat an den Börsen für Unruhe gesorgt. Die CME, die CBOE sowie die Intercontinental Exchange – Muttergesellschaft der New York Stock Exchange – wurden in dieser Woche von einem Abverkauf ihrer Aktien getroffen. Anleger befürchten, dass die CFTC-Entscheidung langfristig eine bedeutende neue Wettbewerbsbedrohung für die etablierten Börsen darstellt.

Duffy sieht institutionelle Nachfrage als begrenzt

Duffy selbst wies diese Befürchtungen jedoch zurück. Er betonte, dass 85 bis 90 Prozent des Geschäfts der CME institutionell getrieben sei. Analysten erwarten demnach nicht, dass Perps eine nennenswerte Auswirkung auf traditionelle Futures-Produkte haben werden, da sie keine praktikable Alternative zu Instrumenten darstellen, die für institutionelle Anleger konzipiert wurden.

Für deutsche Privatanleger ist die Debatte relevant, da Krypto-Derivate mit hohem Hebel auch hierzulande zunehmend vermarktet werden. Die Warnung des CME-Chefs unterstreicht, dass selbst erfahrene Marktteilnehmer die Risiken solcher Produkte als erheblich einschätzen – und dass die regulatorische Aufarbeitung in den USA erst am Anfang steht.

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