Coach wächst stark – Preispunkt schlägt europäische Luxuskonkurrenz
Während Europas Luxusriesen schwächeln, legt Coach-Mutter Tapestry mit 29% Umsatzwachstum eindrucksvoll zu.

Teure Handtaschen lassen sich bei den europäischen Luxusgiganten derzeit nur schwer verkaufen. Doch die jüngsten Quartalsergebnisse von Coach beweisen: Verbraucher kaufen weiterhin Luxusgüter – sofern der Preis stimmt. Der Coach-Eigentümer Tapestry, zu dem auch die Marke Kate Spade gehört, meldete für das am 28. März endende Quartal ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 29% gegenüber dem Vorjahr.
Dieses Ergebnis übertraf die Erwartungen der von Visible Alpha befragten Analysten deutlich, die lediglich ein Wachstum von 19% prognostiziert hatten. Trotz eines Kursrückgangs der Tapestry-Aktie am Donnerstag sendet das Unternehmen damit ein starkes Signal an den Markt. Es ist bereits das sechste Quartal in Folge, in dem Coach ein zweistelliges währungsbereinigtes Wachstum verzeichnet.
Preispositionierung als entscheidender Vorteil
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der strategischen Preisgestaltung. Coach hat seine Preise zwar ebenfalls angehoben, positioniert sich jedoch weiterhin deutlich unterhalb der europäischen Konkurrenz. Die charakteristische Schultertasche „Tabby" ist für 450 US-Dollar erhältlich, während die „Brooklyn"-Tasche sogar für unter 300 US-Dollar zu haben ist.
Zum Vergleich: Die günstigsten Taschen von Louis Vuitton beginnen bei rund 1.500 US-Dollar, und selbst die kleinsten Modelle von Gucci kosten etwa 800 US-Dollar. Für preisbewusste Konsumenten, die dennoch ein Luxuserlebnis suchen, bietet Coach damit eine attraktive Alternative – ein Segment, das in der Branche häufig als „Accessible Luxury" bezeichnet wird.
Simeon Siegel, Aktienanalyst bei Guggenheim Securities, sieht Coach als direkten Profiteur der übermäßigen Preiserhöhungen der europäischen Luxusmarken. Die großen europäischen Häuser haben ihre Preise in den vergangenen Jahren teils aggressiv nach oben angepasst, was offenbar zunehmend Käufer abschreckt und Coach in die Hände spielt.
Starker Kontrast zur europäischen Luxusbranche
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Zur AktienanalyseDie Ergebnisse von Tapestry stehen in auffälligem Gegensatz zu den schwachen Umsatzmeldungen der europäischen Luxuskonzerne. Während Branchengrößen zuletzt mit rückläufiger Nachfrage zu kämpfen hatten, zeigt Coach, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten für Luxusgüter grundsätzlich intakt ist. Die entscheidende Variable ist offenbar nicht die Kategorie, sondern der Preis.
Für deutsche Anleger und Beobachter des Luxusgütersektors liefert das Tapestry-Ergebnis damit eine wichtige Erkenntnis: In einem Umfeld, in dem Konsumenten selektiver werden und auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten, können Marken im mittleren Luxussegment überproportional profitieren. Coach demonstriert eindrucksvoll, dass Wachstum im Luxusbereich auch ohne die Preisschilder von Vuitton oder Gucci möglich ist.

