Codelco: Chiles Kupfergigant erwartet stagnierende Produktion in den kommenden Jahren
Verwaltungsratschef Fontaine dämpft Erwartungen: Das 1,7-Millionen-Tonnen-Ziel bis 2030 scheint kaum erreichbar.

Der chilenische Staatskonzern Codelco, weltgrößter Kupferproduzent, rechnet in den kommenden Jahren nicht mit einem deutlichen Anstieg seiner Fördermengen. Verwaltungsratsvorsitzender Bernardo Fontaine erklärte vor einem chilenischen Kongressausschuss, dass die Produktionsrate voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau wie heute verharren werde. Damit rückt das offiziell angestrebte Ziel von 1,7 Millionen Tonnen Kupfer pro Jahr bis 2030 in weite Ferne.
Im vergangenen Jahr förderte Codelco in seinen eigenen Minen insgesamt 1,33 Millionen Tonnen Kupfer. Das Unternehmen befindet sich damit noch immer in einer Erholungsphase nach einem massiven Produktionseinbruch in den Jahren 2022 und 2023, als die Fördermengen auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten absanken. Der Abstand zum Zielwert beträgt damit noch immer rund 370.000 Tonnen jährlich.
„Es ist sehr gut möglich, dass die Produktionsrate auf einem Niveau verharrt, das dem heutigen sehr ähnlich ist", sagte Fontaine in seiner Aussage vor dem Kongressausschuss. Er verwies dabei auf unerwartete Verzögerungen und Kostensteigerungen bei den sogenannten Strukturprojekten des Unternehmens, die eigentlich dem sinkenden Erzgehalt in den alternden Minen entgegenwirken sollen. Sinkende Erzgehalte sind ein strukturelles Problem, das viele etablierte Kupferminen weltweit betrifft und die Förderkosten erheblich in die Höhe treibt.
El Abra als möglicher Investitionsschwerpunkt
Als vielversprechende Option für künftige Investitionen nannte Fontaine die Kupfermine El Abra. An dieser Mine hält Codelco einen Anteil von 49 Prozent, während der US-amerikanische Bergbaukonzern Freeport-McMoRan als Mehrheitseigentümer fungiert. Freeport-McMoRan hat für El Abra ein Erweiterungsprojekt im Wert von 7,5 Milliarden US-Dollar geplant.
„Es handelt sich um ein sehr bedeutendes Investitionsprojekt, daher muss es sehr sorgfältig geprüft werden. Vielleicht ist dies das beste Projekt, in das wir die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen investieren könnten", so Fontaine. Die Aussage unterstreicht, dass Codelco angesichts begrenzter Mittel seine Investitionsentscheidungen besonders strategisch abwägen muss.
Untersuchung zu möglichen Produktionsfehlern
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Zur AktienanalyseZusätzlich zu den operativen Herausforderungen steht Codelco unter behördlicher Beobachtung. Die chilenische Kupferbehörde Cochilco hat eine Untersuchung eingeleitet, die klären soll, ob das Unternehmen fälschlicherweise rund 20.000 Tonnen Kupfer in einen Produktionsbericht für das Jahr 2025 aufgenommen hat. Eine vorläufige Prüfung der Codelco-Produktionsdaten soll laut Cochilco im September veröffentlicht werden.
Für den globalen Kupfermarkt sind die Entwicklungen bei Codelco von erheblicher Bedeutung. Chile ist der weltgrößte Kupferproduzent, und Codelco allein trägt einen wesentlichen Teil zur globalen Versorgung bei. Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff für die Energiewende, da es in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und Stromnetzen in großen Mengen benötigt wird. Eine anhaltend schwache Produktion bei Codelco könnte mittelfristig das globale Angebot belasten und die Kupferpreise stützen.


