Codelco und Glencore planen neue Kupferhütte
Lange Lieferzusage und Standort Antofagasta sollen Chiles Verarbeitungskapazität stärken

Chiles staatlicher Kupferproduzent Codelco und das Schweizer Rohstoffunternehmen Glencore haben eine grundlegende Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei einem Hüttenprojekt in Chile geschlossen. Die Kooperation sieht vor, dass Codelco Kupferkonzentrat bereitstellt, während Glencore den Bau einer neuen Schmelzanlage in der nördlichen Region Antofagasta übernimmt. Die geplante Kapazität der Anlage soll bei rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr liegen. Die Unternehmen streben an, die Vereinbarung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abzuschließen.
Fachleute veranschlagen für ein Vorhaben dieser Größenordnung Investitionen zwischen 1,5 und 2 Milliarden US-Dollar. Glencore bereitet nun eine Vorstudie vor, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit zu prüfen. Im Falle einer positiven Entscheidung würde der Bau im Jahr 2030 beginnen. Die Aufnahme des Betriebs wäre für den Zeitraum zwischen 2032 und 2033 vorgesehen.
Codelco betonte, dass Glencore im Rahmen eines wettbewerblichen Auswahlverfahrens als Partner ausgewählt wurde. Das Unternehmen erklärte zudem, Glencore über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren bis zu 800.000 Tonnen Konzentrat jährlich zur Verfügung zu stellen. Diese langfristige Zuteilung bildet einen zentralen Bestandteil der geplanten Zusammenarbeit.
Chile verfügt derzeit über etwa 6 Prozent der weltweiten Kapazitäten im Bereich Kupferschmelzen und exportiert große Teile seines Konzentrats zur Weiterverarbeitung nach China. Dort befindet sich rund die Hälfte der globalen Schmelzkapazität. Die starke Konkurrenz um begrenztes Konzentrat hat dazu geführt, dass die Behandlungschargesätze unter null gefallen sind. Dies brachte mehrere außerhalb Chinas gelegene Hüttenbetriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten und führte teilweise zur Schließung.
Vor diesem Hintergrund treibt Chile den Ausbau eigener Schmelzkapazitäten voran. Dazu zählt auch ein Modernisierungsprojekt des staatlichen Unternehmens ENAMI, dessen Volumen sich auf 1,7 Milliarden US-Dollar beläuft. Die geplante Anlage von Glencore soll durch ihren Standort im Zentrum der chilenischen Kupferförderung logistische Vorteile schaffen. Nach Angaben von Codelco-Vorsitzendem Maximo Pacheco soll sie darüber hinaus hohen betrieblichen und ökologischen Standards entsprechen.
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Zur AktienanalysePacheco erklärte, dass der Ausbau der Schmelzkapazitäten nicht nur zur Stärkung der Position von Codelco beitragen solle, sondern auch zur Absicherung strategischer Interessen des Landes. Die geplante Anlage gilt als ein weiterer Schritt, um Chiles Rolle entlang der Wertschöpfungskette der Kupferindustrie zu festigen und die Abhängigkeit von ausländischen Verarbeitungsstandorten zu verringern.


