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Coinbase-Aktie: Warum COIN noch weiter fallen könnte

Die COIN-Aktie verlor in zwölf Monaten über 60 Prozent – und Analysten sehen noch keinen Boden in Sicht.

Coinbase-Aktie: Warum COIN noch weiter fallen könnte

Die Aktie von Coinbase (COIN) hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 60 Prozent ihres Wertes verloren. Makroökonomischer Gegenwind, steigende Zinsen und ein abgekühlter Kryptomarkt haben die bedeutende US-Kryptobörse unter Druck gesetzt. Für antizyklische Anleger mag der Kursrückgang wie eine Einstiegsgelegenheit wirken – doch es gibt gute Gründe, skeptisch zu bleiben.

Coinbase erwirtschaftet den Großteil seines Umsatzes durch Transaktionsgebühren im Spot-Kryptohandel. Dieses Geschäftsmodell ist stark zinsabhängig: In Niedrigzinsphasen tendieren Anleger zu risikoreicheren Investments wie Kryptowährungen, was den Handel ankurbelt. Steigen die Zinsen hingegen, kühlt der Markt ab – und mit ihm die Einnahmen von Coinbase.

Genau dieses Szenario droht nun erneut. Viele Investoren hatten noch im vergangenen Jahr auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed im Jahr 2026 gesetzt, da die Inflation zunächst nachließ. Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges stiegen die Ölpreise jedoch sprunghaft an, die Inflation zog wieder an, und viele Marktteilnehmer stellen sich nun auf Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein. Der Kryptomarkt könnte damit auf absehbare Zeit unter Druck bleiben.

Wettbewerb und Regulierung als zusätzliche Belastung

Neben dem makroökonomischen Umfeld sieht sich Coinbase einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Der größere Rivale Binance, traditionelle Brokerhäuser, die zunehmend in den Kryptomarkt expandieren, sowie eine steigende Zahl von Fintech-Apps mit Kryptohandel machen Coinbase das Leben schwer. Der Preiskampf um Transaktionsgebühren dürfte die Margen weiter belasten.

Auch das Segment der Stablecoins bereitet Sorgen. Diese machten im Jahr 2025 fast ein Fünftel des Coinbase-Umsatzes aus. Ihre Zukunft ist jedoch ungewiss, da der sogenannte CLARITY Act – ein wichtiges US-Regulierungsgesetz für Stablecoins – im Senat feststeckt. Hinzu kommt weltweit unvorhersehbarer regulatorischer Gegenwind für den gesamten Kryptomarkt.

Um dem Druck entgegenzuwirken, hat Coinbase bereits Kosten gesenkt und die Belegschaft reduziert. Dennoch verzeichnete das Unternehmen im vierten Quartal 2025 und im ersten Quartal 2026 aufeinanderfolgende Quartalsverluste – ein deutliches Warnsignal für Investoren.

Bewertung erscheint angemessen, aber Risiken bleiben hoch

Auf den ersten Blick wirkt die Bewertung von Coinbase nicht übertrieben. Das Unternehmen wird derzeit mit dem 21-fachen des für dieses Jahr erwarteten bereinigten EBITDA gehandelt. Analysten prognostizieren für den Zeitraum von 2025 bis 2028 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 5 Prozent sowie ein EBITDA-Wachstum von 7 Prozent pro Jahr.

Diese Schätzungen sind jedoch mit erheblicher Vorsicht zu genießen, da sie eng an die Entwicklung des unberechenbaren Kryptomarktes geknüpft sind. Coinbase hat sich zwar einen Pionier-Vorteil in der Branche erarbeitet, steht aber vor zu vielen gleichzeitigen Herausforderungen – makroökonomischer, wettbewerblicher und regulatorischer Natur –, um als sichere Anlage zu gelten.

Eine Erholung der COIN-Aktie ist langfristig nicht ausgeschlossen. Doch dafür müssten sich mehrere Faktoren gleichzeitig verbessern: Die Zinssätze müssten sich stabilisieren, der CLARITY Act müsste verabschiedet werden, und Coinbase müsste seinen Wettbewerbsvorteil gegenüber der wachsenden Konkurrenz weiter ausbauen. Bis dahin überwiegen die Risiken für Anleger deutlich.

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