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Commerzbank-HV: Aktionäre sollen Unicredit-Übernahmeangebot ablehnen

Zum zweiten Mal in Folge dominiert die drohende Unicredit-Übernahme die Commerzbank-Hauptversammlung – Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen klare Ablehnung.

Commerzbank-HV: Aktionäre sollen Unicredit-Übernahmeangebot ablehnen

Die Commerzbank kämpft erneut um ihre Unabhängigkeit. Bereits zum zweiten Mal in Folge steht die drohende Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit im Mittelpunkt der Hauptversammlung des Frankfurter DAX-Konzerns. Die Aktionäre wurden für Mittwoch um 10.00 Uhr nach Wiesbaden eingeladen – auch, um über die Zukunft des Instituts zu entscheiden.

Die Botschaft von Vorstand und Aufsichtsrat an die Anteilseigner fällt dabei unmissverständlich aus: „Das Angebot wird dem Wert, den Perspektiven und der strategischen Bedeutung der Commerzbank nicht gerecht. Wir empfehlen Ihnen deshalb, bei der Commerzbank investiert zu bleiben und das Angebot der Unicredit nicht anzunehmen." Klarer kann eine Empfehlung kaum formuliert werden.

Unicredit erhöht den Druck massiv

Die Unicredit hat ihren Einfluss auf die Commerzbank zuletzt deutlich ausgebaut. Die Italiener kontrollieren bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile. Durch die Sicherung weiterer Kaufpreise für zusätzliche Anteile kommt die Unicredit inzwischen auf insgesamt 38,87 Prozent der Stimmrechte – ein erheblicher Machtfaktor, der den Druck auf das Frankfurter Institut weiter erhöht.

Mit einem Kaufangebot für sämtliche Aktien hat die Unicredit die Übernahmeoffensive auf eine neue Stufe gehoben. Für Commerzbank-Aktionäre stellt sich damit die entscheidende Frage: Angebot annehmen oder auf die Eigenständigkeit des Instituts setzen?

Breite Front gegen die Übernahme

Der Widerstand gegen eine feindliche Übernahme ist breit aufgestellt. Der Bund, der noch gut 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, lehnt eine Übernahme durch Unicredit ebenso ab wie das Management, der Betriebsrat und die gesamte Belegschaft des Instituts. Diese geschlossene Abwehrfront verleiht der Commerzbank-Führung Rückendeckung in einem der bedeutendsten Übernahmekämpfe der deutschen Bankengeschichte.

Für Privatanleger bleibt die Situation komplex: Einerseits bietet ein Übernahmeangebot in der Regel eine Prämie auf den aktuellen Aktienkurs. Andererseits setzen Vorstand und Aufsichtsrat auf den langfristigen Eigenwert der Commerzbank – und empfehlen, das Angebot nicht anzunehmen. Wie die Aktionäre auf der Hauptversammlung in Wiesbaden letztlich abstimmen und positionieren, dürfte die nächste Etappe in diesem anhaltenden Übernahmepoker maßgeblich prägen.

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