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Commerzbank überholt Deutsche Bank: Die Gründe für diesen bemerkenswerten Aufstieg

Von Zinswende bis Investmentbanking: Analyse der Faktoren hinter dem überraschenden Erfolg der Commerzbank

Commerzbank überholt Deutsche Bank: Die Gründe für diesen bemerkenswerten Aufstieg

In einem überraschenden Überholmanöver hat die Commerzbank in Frankfurt die Deutsche Bank in den letzten Jahren abgehängt. Trotz ihrer früheren finanziellen Schwierigkeiten hat sich die Commerzbank nun in Bezug auf wesentliche Kennzahlen als stärker erwiesen als ihr großer Konkurrent. Dieses bemerkenswerte Phänomen wirft Fragen auf: Wie konnte es dazu kommen, und wie wird sich das Kräfteverhältnis zwischen den beiden größten deutschen Privatbanken in den kommenden Jahren entwickeln?

Die Commerzbank, die sich vor drei Jahren noch in einer tiefen Krise befand, hat sich heute in wichtigen Kennzahlen besser positioniert als die Deutsche Bank. Experten und Marktteilnehmer sind gleichermaßen beeindruckt von diesem Aufstieg. "Es ist bemerkenswert, dass die Commerzbank aktuell eine höhere Eigenkapitalrendite als die Deutsche Bank erzielt und dass Investoren dies auch für die kommenden Jahre erwarten", bemerkt Normen Fritz, Portfoliomanager beim Fondsanbieter Union Investment. Dieses positive Urteil beruht auf einer Reihe von Faktoren.

Zunächst einmal hat die Commerzbank von der Zinswende profitiert, die die Europäische Zentralbank (EZB) eingeleitet hat, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken. Dies führte zu höheren Einnahmen aus den Einlagen der Privat- und Firmenkunden der Commerzbank. Im Gegensatz dazu spielt bei der Deutschen Bank das Investmentbanking eine größere Rolle, was bedeutet, dass die Zinserträge insgesamt geringer ausfallen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Kostenreduzierung. Die Commerzbank hat entschiedenere Schritte zur Senkung ihrer Kosten unternommen als die Deutsche Bank. CEO Manfred Knof hat das Ziel für die Aufwandsquote im letzten Jahr gesenkt und strebt bis 2027 eine weitere Senkung an. Die Deutsche Bank hingegen hat ihr Kostenziel nicht erreicht und baut auch weniger Stellen ab als geplant.

Des Weiteren spielen Dividenden und Aktienrückkäufe eine wichtige Rolle für Investoren im Bankensektor, da die Branche insgesamt nicht mehr stark wächst. In dieser Hinsicht hat die Commerzbank einen Vorteil gegenüber der Deutschen Bank, da sie höhere Ausschüttungen plant, gestützt durch ihre soliden Kapitalpuffer.

Schließlich wird das Investmentbanking der Deutschen Bank nach wie vor kritisch beäugt. Investoren befürchten, dass es zu einem erheblichen Risiko führt und die Ergebnisse stark schwanken könnten. Darüber hinaus besteht die Sorge, dass eine Krise im Schattenbankensektor ausbrechen könnte, bei der Schattenbanken und Investmentbanken miteinander verknüpft sind.

Trotz dieser Entwicklung bleibt die Deutsche Bank im internationalen Geschäft und im Investmentbanking aktiv, was ihr die Möglichkeit gibt, durch Fusionen und Übernahmen Boden gutzumachen. Doch das Commerzbank-Modell, das stärker auf das deutsche und polnische Einlagen- und Kreditgeschäft fokussiert ist, hat sich als profitabler erwiesen.

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