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ConocoPhillips kauft 42%-Anteil an BPs irakischer Kirkuk-Sparte

Der US-Energiekonzern stärkt damit Washingtons Strategie, Irans Einfluss im irakischen Energiesektor zu begrenzen.

ConocoPhillips kauft 42%-Anteil an BPs irakischer Kirkuk-Sparte

ConocoPhillips hat am Freitag den Erwerb einer 42-prozentigen Beteiligung an der BP Energy Company of Kirkuk Limited (BP ECKL) bekanntgegeben. Das Unternehmen unterstützt damit die Neuentwicklung mehrerer großer, bereits produzierender Ölfelder im Nordirak. Die Transaktion soll laut ConocoPhillips bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und weiterer Abschlussbedingungen.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung wird im Rahmen des offiziellen Besuchs des irakischen Premierministers Ali Al-Zaidi in Washington D.C. erwartet. Das Timing ist kein Zufall: Die USA versuchen gezielt, den irakischen Energiesektor zu stärken und die Abhängigkeit der Region von Transportwegen zu verringern, die anfällig für Störungen durch den Iran sind.

Strategische Bedeutung der Kirkuk-Ölfelder

BP ECKL hält den Erschließungs- und Fördervertrag für die Dome Baba und Avanah des Kirkuk-Ölfeldes im Nordirak sowie für drei angrenzende Felder: Bai Hassan, Jambur und Khabbaz. BP hatte diese Vereinbarung mit Bagdad zur Neuentwicklung der Öl- und Gasressourcen in Kirkuk im Jahr 2025 abgeschlossen. Die Geschichte von BP im Irak reicht dabei rund ein Jahrhundert zurück; in den vergangenen Jahren konzentrierte sich das Unternehmen vor allem auf das riesige Rumaila-Ölfeld im Süden des Landes.

Die geopolitische Dimension des Deals ist erheblich. Durch die Straße von Hormus floss vor Ausbruch des aktuellen Konflikts etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Nach den erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist diese Meerenge zunehmend in den Fokus der globalen Energiemärkte gerückt. Die Diversifizierung irakischer Exportrouten ist daher ein zentrales Anliegen der US-Außenpolitik.

Irak wirbt um internationale Energiekonzerne

Der Irak intensiviert seine Bemühungen, internationale Energiekonzerne ins Land zu holen, um die Öl- und Gasförderung auszuweiten und die Erschließung seiner Erdgasressourcen zu beschleunigen. Premierminister Al-Zaidi traf am Donnerstag in Houston Vertreter namhafter Unternehmen: Halliburton, Shell, Honeywell, Weatherford und Baker Hughes standen auf der Gesprächsliste. Laut seinem Büro umfassten die Gespräche Investitionen, Technologie und eine potenzielle Beteiligung an großen Energieprojekten.

Der ConocoPhillips-Deal steht damit exemplarisch für eine breitere Strategie: Washington und Bagdad arbeiten gemeinsam daran, den irakischen Energiesektor mit westlichem Kapital und westlicher Technologie zu modernisieren. Für deutsche Anleger und Energiebeobachter ist dies ein wichtiges Signal — sowohl für die künftige Ölversorgungssicherheit als auch für die geopolitische Neuordnung im Nahen Osten.

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