Continental zahlt 100 Millionen Euro Bußgeld
Auswirkungen des Dieselskandals auf die Automobilindustrie und weitere betroffene Unternehmen

Gegen den Autozulieferer Continental wurde eine beträchtliche Geldbuße verhängt, nachdem Ermittler dem Unternehmen fahrlässige Verletzungen von Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal vorgeworfen hatten. Die Staatsanwaltschaft Hannover gab bekannt, dass Continental, heute unter dem Namen Vitesco bekannt, ein Bußgeld in Höhe von 100 Millionen Euro zahlen muss. Diese Strafe resultiert aus der Auslieferung von über zwölf Millionen Motorsteuergeräten ab Mitte 2007, welche zur Manipulation von Abgaswerten verwendet wurden. Die Software dieser Geräte ermöglichte es, dass Diesel-Motoren auf Prüfständen die Grenzwerte einhielten, während sie im normalen Fahrbetrieb auf der Straße mehr Schadstoffe ausstießen als erlaubt.
Das Geldbußverfahren führt dazu, dass Continental 100 Millionen Euro zahlen muss, wobei fünf Millionen Euro als Strafe und 95 Millionen Euro als Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile gelten. Dies hat jedoch keine wesentlichen zusätzlichen Ergebnisbelastungen zur Folge, da das Unternehmen in den Vorjahren Rückstellungen gebildet hatte. Die Zahlung erfolgt an das Land Niedersachsen, das gemäß dem Gesetz Empfänger der Geldbuße ist. Gemäß einer Trennungsvereinbarung zwischen Continental und Vitesco wird letzteres letztendlich für das Bußgeld aufkommen müssen.
Olaf Schick, Rechtsvorstand von Continental, betonte, dass das Unternehmen aus dem Skandal Lehren gezogen habe und der Integrität nun höchste Priorität einräume. Es seien umfassende organisatorische Veränderungen vorgenommen und die Mitarbeiter intensiv geschult worden. Der Verzicht auf Rechtsmittel seitens des Unternehmens signalisiert dessen Interesse daran, das Verfahren zu beenden.
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Zur AktienanalyseDer Dieselskandal hat weitreichende Auswirkungen auf die Automobilindustrie. Neben Continental waren auch andere große Zulieferer wie ZF Friedrichshafen und Bosch involviert und mussten beträchtliche Bußgelder zahlen. Volkswagen, das im Zentrum des Skandals stand, wurde bereits mit einer Strafe in Milliardenhöhe konfrontiert und hat insgesamt mehr als 32 Milliarden Euro für Bußgelder, Schadensersatz und Anwaltskosten aufgebracht. Auch Audi, Porsche und Daimler (heute Mercedes-Benz) wurden für Verstöße gegen Aufsichtspflichten zur Verantwortung gezogen und mit hohen Geldstrafen belegt.


