CoreWeave: 104 Milliarden Dollar Auftragsbestand als Kaufargument
Nach starken Q2-Zahlen und einem Kurssprung von 20% rückt CoreWeaves gigantischer Auftragsbestand in den Fokus der Anleger.

CoreWeave (CRWV) hat mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal 2025 die Erwartungen der Märkte übertroffen und die Bullen auf dem falschen Fuß erwischt – im positiven Sinne. Der Umsatz des KI-Cloud-Computing-Spezialisten stieg im Jahresvergleich um beeindruckende 112,5 Prozent auf 2,6 Milliarden US-Dollar. Die Aktie reagierte prompt und schoss im Anschluss an die Quartalszahlen um rund 20 Prozent in die Höhe.
Dabei war das Bild nicht ohne Schattenseiten: Der operative Verlust lag bei 49 Millionen Dollar, verglichen mit einem operativen Gewinn von 19 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust je Aktie betrug 1,14 Dollar, nach 0,60 Dollar im Vorjahresquartal. Allerdings verbesserten sich diese Kennzahlen deutlich gegenüber dem ersten Quartal, in dem CoreWeave noch einen operativen Verlust von 144 Millionen Dollar und einen Nettoverlust je Aktie von 1,40 Dollar verbucht hatte.
Auftragsbestand von 104 Milliarden Dollar als zentrales Signal
Die entscheidende Kennzahl, die Anleger aufhorchen lässt, ist der Auftragsbestand. Zum 30. Juni meldete CoreWeave einen Auftragsbestand von 104 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einem Plus von satten 245,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Wert signalisiert, dass die massiven Investitionen des Unternehmens in KI-Rechenkapazitäten auf eine stabile und wachsende Nachfrage treffen.
CoreWeave positioniert sich als Anbieter von KI-Cloud-Infrastruktur in einem Markt, der von stetig steigenden Ausgaben der großen Technologiekonzerne profitiert. Zu den Kunden zählen führende Hyperscaler wie Microsoft – der größte Einzelkunde des Unternehmens –, Alphabet sowie Amazon. Sowohl Alphabet als auch Amazon haben zuletzt ihre Investitionsprognosen (Capex) für das Geschäftsjahr 2026 angehoben, was die Nachfrage nach CoreWeaves Diensten weiter befeuern dürfte.
Risiken: Kundenkonzentration bleibt ein kritischer Faktor
Trotz der positiven Signale gibt es gewichtige Risiken, die Anleger nicht ignorieren sollten. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen auf einen einzigen Kunden rund 67 Prozent des Gesamtumsatzes. Diese hohe Kundenkonzentration stellt ein erhebliches Klumpenrisiko dar und macht CoreWeave anfällig für Veränderungen in der Geschäftsbeziehung mit diesem einen Großkunden.
Darüber hinaus wird sich das Wachstum der Ausgaben für KI-Infrastruktur irgendwann abschwächen – und damit auch die hohen Umsatzwachstumsraten, die CoreWeave derzeit verzeichnet. Anleger sollten diese strukturellen Risiken stets im Blick behalten.
Analystenprognosen stützen die Wachstumsstory
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Zur AktienanalyseAnalysten erwarten für CoreWeave bis Ende 2026 einen Umsatz von 12,63 Milliarden Dollar – mehr als das Doppelte der im Vorjahr gemeldeten 5,1 Milliarden Dollar. Für das darauffolgende Jahr liegt der Konsens bei 25,4 Milliarden Dollar, was erneut einer Verdoppelung entspräche. Diese Prognosen sind naturgemäß keine gesicherten Ergebnisse, werden aber durch den massiven Auftragsbestand und die anhaltend hohen Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur gestützt.
Geht man von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 45 Prozent über die nächsten vier Jahre aus und unterstellt, dass das aktuelle Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 7,16 bis dahin auf 3 sinkt, ergäbe sich beim aktuellen Aktienkurs von rund 107 Dollar ein potenzieller Kurs von etwa 198 Dollar in vier Jahren – eine Rendite von rund 85 Prozent. Diese Annahmen erscheinen angesichts der Analystenprognosen und des bestehenden Auftragsbestands nicht unrealistisch.
CoreWeave bleibt damit trotz des jüngsten Kursanstiegs eine interessante Kaufgelegenheit für Anleger, die auf das langfristige Wachstum im Bereich KI-Cloud-Computing setzen möchten – vorausgesetzt, sie sind sich der bestehenden Risiken bewusst.


